The Battle of Morgarten

[original title:  Morgarten findet statt]

Switzerland 1978. DCP 4:3 (digital restauriert mit Memoriav 2017); 35 mm; 16 mm, colour, 96 min.

Morgarten findet statt Morgarten findet statt Morgarten findet statt affiche

In «The battle of Morgarten» we see how Morgarten – a symbol of freedom – is celebrated and interpreted today.

DirectorErich Langjahr und Beni Müller
WithKavallerieverein Schwyz "Alte Schwyzer zu Ross", Teilnehmer 64. Morgartenschiessen 300m, Teilnehmer 21. Historisches Morgarten-Pistolenschiessen 50m, Schüler der Internatsschule Walterswil, Festprediger Pfarrer Josef Seiler (Sattel), Pfarrer Otto Imbach (Pfäffikon ZH), Festredner: Bezirksammann F. Schuler (Sattel), Ansprachen: Landammann Karl Bolfing (Kanton Schwyz), Divisionär Enrico Franchini Kommandant der Gebirgsdivision 9, Ansprache Schützengemeinde: Nationalrat Alois Hürlimann, im Weiteren: Kreiskommandant Kanton Zug Jules Steiner, Kreiskommandant Kanton Schwyz Josef Camenzind, Korpskommandant Georg Reichlin und weitere Vertreter von Behörden, Geistlichkeit und Militär
PhotographyJohann Gfeller, Erich Langjahr, Werner Meier, Otmar Schmid
SoundRoger Bonnot, Hanspeter Fischer, Justice Olsson, André Pinkus, Reiner Stahel
EditingErich Langjahr, Beni Müller
CollaboratorsRecherchen: Hartwig Thomas
Stagiaires: Mireille Eigner, Su Meili
Mischung: Georges Juon
Duration96 min.
Shooting format16mm 4:3
FormatDCP 4:3 (digital restauriert mit Memoriav 2017); 35 mm; 16 mm
VersionsDCP 4:3, Schweizerdeutsch, Untertitelversion deutsch und französisch
35mm, 96 Min., Farbe, Lichtton Dolby SR, 1:1.37 - 1:1.66, Schweizerdeutsch
35mm, 96 Min., Farbe, Lichtton Dolby SR, 1:1.37 - 1:1.66, Schweizerdeutsch, untertitelt deutsch/französisch
Sales DVD/VideoDVD, VHS   [order]
FestivalsSolothurn, Nyon, Lille (FR), Cannes (FR), Paris (FR) Cinéma du réel und L'homme regarde l'homme, Mannheim (DE) und Leipzig (DDR), Hamburg (DE), Wels (A), Linz (A)
ScreensProgrammkino in Zürich, Schwyz, Zug, Luzern und Baden; Parallelverleih (CH); 
Deutschland: Hamburg, Dortmund.
TV broadcastsDRS, TV Suisse Romande, 3sat
Dumont/TortajadaNr. 267
ProductionLangjahr-Film GmbH, Luegstrasse 13, CH-6037 Root
Tel. +41-41-450 22 52 – Fax +41-41-450 22 51
E-mail: info@langjahr-film.chsend this messagewww.langjahr-film.ch
World RightsLangjahr-Film GmbH
Distribution Switzerland
and international
Langjahr-Film GmbH, Luegstrasse 13, CH-6037 Root
Tel. +41-41-450 22 52 – Fax +41-41-450 22 51
E-mail: info@langjahr-film.chsend this messagewww.langjahr-film.ch
ISAN0000-0000-D7DD-0000-X-0000-0000-C
Suisa number0080.868

Show screenings


Press review

This film examines the way in which the battle of Morgarten is understood and realized today. "Is it patriotism, the instinct of self-protection, or simply a typically Swiss pleasure in festivities enjoyed year after year by the participants at the Morgarten Festival, asks the speaker at the end of the festivities. The pathos of the speech points to patriotism, the shooting competition to the instinct  of self-protection; but the images in the film clearly indicate the tendency of the festivities.. In the writings of Gottfried Keller, who has provided us with the finest description of this festival, the festivities of the past become part of the present. The festival depicts the essential being of a community, and it also represents the embodiment of the nation. This ideal situation, as perceived by Keller, is sadly lacking today, and this fact is made all too evident by this film."

Luzerner Neuste Nachrichten, December 18, 1978, Kurt Büchi


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Press review (german)

Ein volkskundlicher Film über eine Innerschweizer Schlachtfeier – wen interessiert das schon? Man denkt an Folklore im Heimatstil oder an die alljährlich wiederkehrenden, nichtssagenden Fernsehreportagen über die Basler Fasnacht oder das Zürcher Sechseläuten. Die Morgarten-Schlachtfeier unterscheidet sich doch kaum von anderen derartigen Anlässen in Sempach oder Näfels: Umzüge, Gedenkfeiern, Festreden, Schiessen, Essen, Trinken und Sprücheklopfen in den Beizen. Was soll's? In der Innerschweiz, dieser filmisch noch fast "unberührten" Provinz, gäbe es doch aktuellere, brennendere Filmthemen aus dem sozialen, wirtschaftlichen, politischen und selbst kulturellen Bereich.,
Mit solchen Erwartungen und Vorurteilen wird man Erich Langjahrs und Beni Müllers "Morgarten findet statt" nicht gerecht – oder anders herum: Man kann sich durch ihren Film eines besseren belehren lassen. Denn die beiden Filmemacher haben nicht bloss eine aus bunten Impressionen zusammengewürfelte Reportage über die Morgarten-Schlachtfeier hergestellt, sondern sie haben in minutiöser Aufnahme- und Montagearbeit gleichsam eine Anatomie dieses Anlasses aufgezeichnet, durch die seine vielschichtigen Geschehnisse und Motive klar zu Tage treten. Der Film informiert sozusagen total über einen patriotischen Gedenktag, schildert seinen Ablauf, leuchtet in seine Strukturen hinein und stellt vielfältige Bezüge zur Vergangenheit und zur Innerschweizer Gegenwart her. Den beiden Autoren ist dabei das Kunststück gelungen, einen Bericht herzustellen, in dem sich die Beteiligten unverfälscht wiedererkennen können (es wird keine Proteste der Bevölkerung geben wie beim Fernsehbericht über das Lenzburger-Fest) und der trotzdem allerhand Ansatzpunkte für eine kritische Auseinandersetzung mit der dargestellten Thematik aufweist.

ZOOM, 1/10. Januar 1979, Franz Ulrich

Es ist in diesem Sinne Erich Langjahr und Beni Müller das Kunststück einer Gratwanderung gelungen. Jene, die mit dem Morgarten von heute einig gehen, finden in diesen Bildern die Bestätigung ihrer Einstellung und jene, die der Schlachtjahrzeit und dem patriotischen Schützentum keine Begeisterung abringen können, finden darin auch das Objekt für ihre (berechtigte) Kritik. Und beide Gegenpole werden erst noch nicht sagen können, dass dieser Film nicht korrekt aufzeige, wie es – das Morgarten 1977 – ist.

Schwyzer Zeitung, 19. Dezember 1978, Josias Clavadetscher

Ist es Patriotismus, Wehrwille oder einfach gut schweizerische Freude am Fest, die Jahr für Jahr die Teilnehmer des Morgartenschiessens und der Morgartenfeier zusammenführt, fragt der Redner beim Absenden. Das Pathos der Reden liesse Patriotismus vermuten, bei den Schützen müsste man Wehrwillen erwarten, doch weisen die Bilder des Films in die Richtung des Festes. Bei Gottfried Keller, der uns die schönsten Schilderungen von Festen geschenkt hat, wird im Fest die Vergangenheit zur anschaulichen Gegenwart. Die Feste machen das Wesen einer Gemeinschaft sichtbar. Im Fest verkörpert sich die Nation. Diese ideale Situation, wie sie Keller erfahren hat, fehlt indessen heute, und dies macht der Film nur zu deutlich sichtbar.

Luzerner Neuste Nachrichten, 18. Dezember 1978, Kurt Büchi

Nach Langjahr ist es eine Selbstdarstellung eines Stücks Innerschweizer Realität. Er hielt sie dokumentarisch fest. Überhaupt findet der junge Filmer, dass in der Innerschweiz wichtige Themen für Dokumentarfilme auf der Strasse lägen. Und der Till stimmt ihm da zu. Er denkt zwar weniger an Morgarten, dafür an die Probleme, die den Menschen von Randgebieten zu schaffen machen: Auswanderungsdruck, wirtschaftliche Abhängigkeit, geistige Nabelschau – mit all der Enge, die sowas zur Folge hat. Manchmal finde ich, man müsste Morgarten von der Patina verstaubter Tradition befreien, aufwerten: zum Halt gegen die Abhängigkeit! Zur Öffnung der Lebensenge vor allem! Aber das wäre mit Hellebarden nicht zu bewältigen. Auch ein Blick in die heroisch empfundene Geschichte reichte da nicht aus – hätte nie ausgereicht. Vielleicht wird Erich Langjahrs Film die nötige Diskussion entfachen.

Vaterland, 15. Dezember 1978, Till

"Wir danken Ihnen, dass Sie uns nicht kaputt machten."
Zwischenrufe, gebannte Stille wechseln ab. Zum Schluss: riesiger Applaus. Der Film hat den Leuten gefallen. Sie haben sich im Film erkannt. Nicht nur die abgelichteten, sondern auch die am Film unbeteiligten. – "Genau äso isch es". Dankbar stellen die Leute fest, dass sie in diesem Film nicht kaputt gemacht worden sind (wie das mit uns Innerschweizern sonst eben gerne geschieht).
Als Vertreter der Gemeinde Sattel meint Gemeindepräsident Pius Ulrich: "Der Film gefällt mir. Er bringt einen grossen Tag im Jahresablauf eindrucksvoll ins Bild. Es freut uns, wenn diese Arbeit von Erfolg gekrönt ist. Wir danken Erich Langjahr, dass er dieses Thema und unsere Gegend gewählt hat. Der Film soll unseren Mitbürgern Freude machen und sie veranlassen, selber einmal Morgarten zu sehen."

Bote der Urschweiz, 19. Dezember 1978, Pirmin Moser

Das entscheidend Qualitative dieses in einem zeitgemässen Sinn volkskundlichen Films besteht darin, dass Langjahr und Müller ein vielfältiges, in der Detailfülle der Beobachtungen geradezu strotzendes Material durch eine vielschichtige, manchmal raffinierte Montage so geordnet haben, dass nicht einfach ein collagehaftes Mosaik dabei herauskam – was kaum Interesse wecken würde, sondern ein Gesamtbild, dessen stets nachvollziehbare Einzelheiten in einem reichen Beziehungssystem zueinander sich befinden.

Mit vier Kameras hat das Team inmitten der Schützen und der Teilnehmer an der Schlachtfeier gearbeitet. Die Kameras waren keine Eindringlinge; das merkt man an den Bildern, spürt man an den verschiedensten Szenen des Festes. Die Männer (und Frauen) fühlen sich nicht unstatthaft beobachtet, und sie wurden in keinem Augenblick zur Schaustellerei verführt oder gezwungen. So viel Unauffälligkeit der Kameraarbeit hat es in einem schweizerischen Dokumentarfilm schon lange nicht mehr gegeben. Hier sind die Schützen und die Feiernden tatsächlich sie selbst; es war also auch nicht nötig, sie zum Sprechen zu bringen. Der Film kommt, weil die 'Leute, die da von nahe zu sehen sind, sie selbst sind, ohne jene gegenwärtig sonst so unermüdlich gepflegte und oft entstellende sogenannte  Selbstdarstellung in Form von Interviews aus: Und. er kann gerade darum auf einen Kommentar verzichten.

Die Kamera war und ist für Langjahr ein Instrument, mit dem er etwas mehr von Menschen erfahren kann, als er bisher von ihnen gewusst hat. Diese Bescheidenheit, diese Haltung auch der Geduld, der allmählichen Annäherung belegt bei Langjahr jene Stelle, an der, bei anderen Dokumentarfilmern von heute die Ideologie sich eingenistet hat. Diese bietet jeweils den bequemen, aber verzerrenden Raster, mit welchem alles (angeblich) erklärt werden kann.

Langjahr und Müller sind gegenüber der Schlachtfeier und dem vaterländischen Schiessfest gewiss nicht unkritisch. Aber sie legen diese Kritik für den Zuschauer nicht von vornherein fest, sondern lassen für sie den Raum offen, und zwar gleichsam zwischen den «Fugen» der Montage. So ergeben sich die Möglichkeiten, dass wohl die Schützen im Film sich unangetastet wiedererkennen können, während anderen vielfältige kritische Ausdeutungen in politischer, sozialer oder historischer Hinsicht geöffnet werden. Was aber könnte für eine lebendige Schweiz wichtiger sein, als dann und wann sich auch zu fragen, was an einer solchen Feier noch echt und unverstört ist, was bloss Ritual und fragwürdig geworden ist. Hierfür haben Erich Langjahr und Beni Müller Anstösse gegeben.

Neue Zürcher Zeitung, 16. März 1979, Martin Schlappner

Langjahrs Morgarten-Film kommt restauriert ins Kino

Erich Langjahr hat mit dem Film «Morgarten findet statt» ein Zeitdokument geschaffen. Zum Morgarten-Jubiläum 2015 kommt es digitalisiert ins Kino.

Erich Langjahr im Gespräch mit Silvia Camenzind.
Bote der Urschweiz, 14. Oktober 2015. Interview als PDF lesen


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Press review (french)

Radiotv 1981 «Morgarten: Pile et face» (PDF, 3 MB)

...Parmi eux, Erich Langjahr et Beni Müller, dont on a vu le documentaire Morgarten findet statt sur la commémoration de la bataille de Morgarten qui, depuis qu'elle a eu lieu en 1315, est restée pour la Suisse symbole de sa liberté et du fédéralisme. Tourné dans le canton de Schwyz avec la contribution exclusive des participants à cette manifestation locale, le film utilise une démarche comparable à celle de Flaherty, recrée en les intensifiant les éclairages ambiants des lieux avant le tournage mais utilise le plus souvent la prise de son directe pour permettre aux personnes filmées de faire leur propre commentaire. Dans ce qui aurait pu n'être qu'une fête villageoise filmée par quatre caméras, le passé et la signification historique du lieu ont été intégrés grâce à un remarquable travail de montage qui, sans rejeter les méthodes de la fiction (mise en scène, répétitions, sélection) réinsère entre les parties de ce tableau documentaire stylisé des fragments de films d'archives tirés du Ciné-Journal suisse ou de long-métrages de fiction: Landammann Stauffacher de Leopold Lindtberg (1942) ou Le fondement de la confédération suisse de Emil Harder, amateur suisse américain, tourné en 1924.

Cette intéressante combinaison donne à voir la beauté burinée des visages des habitants de Sattel dont le silence correspond au retirement de ce village de la Suisse primitive: silhouettes remontant à contre-jour une pente enneigée dans une structure de mâts verticaux, scènes du concours de tir au pistolet, tablées d'enfants et d'amis ponctuées des discours des orateurs, messe militaire et procession; les enfants sont même conviés à réaliser leur propre mise en scène de la bataille à l'intérieur du film. La caméra joue un rôle de provocateur dans cette auto-représentation culturelle. Seul spectacle connu de ses habitants qui le rejouent constamment à travers les siècles de façon de plus en plus élaborée, Morgarten est le révélateur de l'expression culturelle d'une minorité régionale sur laquelle vient se greffer une certaine idéologie officielle suisse. Mais le montage filmique vient cependant casser le chœur patriotique et xénophobique. Réflexion subtile et sophistiquée sur la notation de documentaire, le film n'emploie jamais de zoom ou de surimpression, détachant clairement les scènes l'une de l'autre afin de laisser au spectateur la possibilité de juger par lui-même du contenu de la représentation, sans dissimuler ses manipulations au niveau de l'élaboration formelle.

Cinématographe, 45/1979, Corine McMullin

Un concours de tir commémore chaque année la bataille historique de Morgarten (1315) à la suite de laquelle les Habsbourg quittent la Suisse. 

Le film suit un principe stratégique: investir le plus complètement possible un lieu délimité (le village et ses abords) pendent un temps déterminé (une journée de fête). Quatre caméras s'attachent donc à suivre les différents groupes de participants – villageois, armée, clergé, notables – dans les différents moments de la fête. Chaque group étant déjà en représentation du fait de la circonstance, le film enregistre des fragments de mise en scène. Le montage, très élaboréé, confronte la multiplicité de ces fragments, leurs contradictions. A trois reprises dans l'histoire de la Suisse, la bataille de Morgarten a inspiré des films de fiction. Et l'insertion de séquences tirées de ces films contribue à faire éclater le "réel" (en particulier dans son unité de temps et de lieu). Dans la dernière partie, les discours officiels (dont l'un violemment antisoviétique et antiterroriste comporte un véritable appel à la délation) opposent à cet éclatement structurel du film leur prétention à unifier idéologiquement la fête et ses participants dans une perspective d'actualité. Mais le terrain appartient déjà à l'ennemi.

Cahiers du cinéma, 1979, Dominique Bergouignan

Que représente Morgarten aujourd'hui en Suisse centrale et qu'en fait-on? Est-ce le patriotisme, la volonté de se défendre ou tout simplement la joie de faire la fête, qui draine d'année en année les participants à cette fête de Morgarten? Telle est la question que pose l'orateur à la fin de la fête. Le pathos des discours semble faire pencher la balance du côté du patriotisme, les tires du côté de la volonté de se défendre, mais les images plaident incontestablement pour la fête.

Pour Gottfried Keller, qui nous a légué les plus beaux tableaux, la fête est l'occasion de faire revivre le passé. Les fêtes révèlent l'essence d'un peuple, en elles s'incarne la nation. Or, cette situation idéale, que Keller a vécue, appartient aujourd'hui à un passé révolu: ce film ce le rappelle que trop clairement.

Luzerner Neuste Nachrichten, 18 décembre 1978, Kurt Büchi