Shepherds' Journey into the Third Millenium

[original title:  Hirtenreise ins dritte Jahrtausend]

Switzerland 2002. 35mm, color, 1:1.66 Dolby SR + 16mm, color, comopt, colour, 124 min.

Hirtenreise ins dritte Jahrtausend Hirtenreise ins dritte Jahrtausend Hirtenreise ins dritte Jahrtausend affiche

Following "Alpine Ballade" and "The Peasants' War", "Shepherds' Journey into the Third Millennium" is the third film of a trilogy in which I deal with the fundamental issues of human beings and their existence. The main themes are the issues of identity, survival, and future.

One of the oldest cultural forms of human existence is that of the shepherd. In its essence it is of economic interest even today, and also embodies a distinct lifestyle and world-view. I wanted to get to know the life of today's shepherds on the threshold of the third millennium. In a time of upheaval and changes in values between tradition and future, the film is also an expression of my own inner conflict.

I tell a modern shepherds' story, based on transhumance, that transfer of herds between the seasons in search of greener pastures.

The shepherds in the film take on a life of privation and face a challenge that often reaches the limit of their capacities. They do not come from an agricultu-ral background, but have chosen this life themselves out of a need for the freedom to do something meaningful. (Erich Langjahr)

DirectorErich Langjahr
ScriptErich Langjahr
WithHirten: Thomas und Susanna Landis-Giacometti mit den Kindern Antonia, Josa und Selina; Michel Cadenazzi und Bea Ammann
Herdenbesitzer: Xaver Fluder und Karl Tanner
Journalistin: Ruth Bossart
PhotographyErich Langjahr
SoundSilvia Haselbeck
EditingErich Langjahr
MusicHans Kennel mit the alpine experience; the schönbächler sisters; mytha - the contemporary alphorn orchestra
Musiker: Hans Kennel (tb, büchel, alphorn), Paul Haag (tb, alphorn), Patricia Draeger (acc), Roland Schildknecht (hackbrett), Heiri Känzig (bass), Marco Käppeli (dr, perc), Agatha, Barbara, Daniela und Monika Schönbächler (voc), Carlos Baumann (alphorn, büchsel), Bill Holden (alphorn, büchel), Marcel Huonder (alphorn, büchel)
CollaboratorsKamera- und Schnittassistenz: Silvia Haselbeck
Textberatung: Manfred Züfle
Grafik und Plakat: Art Ringger
Untertitel: Anne Cuneo (französisch)
Labor: Schwarz Film
Tonstudios: Magnetix Tonstudio für Film und Video AG
Mischung: Dieter Lengacher
Duration124 min.
Format35mm, color, 1:1.66 Dolby SR + 16mm, color, comopt
Shooting format35mm
VersionsUntertitelversionen: d/f, d/e, d/i, e/sp.
Sales DVD/VideoDVD   [order]
ReleaseNyon, April 2002
FestivalsNYON (CH): 33. Festival int. de cinéma VISIONS DU REEL 22.-28.4.02
LOCARNO (CH): 55. Festival Internazionale del film Locarno 1.-11.8.02 "Appellation suisses"
LEIPZIG (D): 45. Int. Leipziger Dokumentar-Film-Festival 15.-20.10.2002
WIEN (AT): Viennale, Vienna Int. Film Festival18.-30.10.03
Addis Abeba (ET): EDA/Goethe-Institut
AUGSBURG (D): 16. Tage des unabhängigen Films 25.-29.11.02
SOLOTHURN (CH): 38. Solothurner Filmtage 21.-26.1.03
NANTES (F): FORUMDOC rencontres du film documentaire de l'apapl (association des producteurs audiovisuels des pays de la Loire) 5.4.03
TRENTO (I): 51. Festival Int. Montagna Esplorazione Avventura 25.4.-2.5.03
NEW YORK (I): Swiss American Film Festival, 27.4.03 Esplorazione Avventura 25.4.-2.5.03
MÜNCHEN (D): 18. Internationales Dokumentarfilmfestival 3.-10.5.03
REGGIO CALABRIA (I): 5. Festival Internazionale dei Circoli del Cinema 3.-7.6.03
LOS ANGELES (USA): Also Swiss event 2.8.03 im downtown
YAMAGATA (Japan): Int. Documentary Film Festival 10.-16.10.03.03
HONG KONG (China): 6. MAX Filmfestival 17.10.-2.11.03
OSAKA (Japan) : European Film Festival November 03
KASSEL (D): 20. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest 11.-16.November 03
JIHLAVA (CZ): 7. International Documentary Film Festival Jihlava 23.-28.10.03
MILANO (I): International Filmmaker Film Festival DOC 7, 27.11.-3.12.03
WÜRZBURG (D): Int. Filmwochenende Würzburg vom 22.-25. Januar 04
WASHINGTON (USA): 2004 environmental film festival in the nation's capital 18.-28.3.04
CHICAGO (USA): Chicago Int. Documentary Festival 1.-11.4.04: Competition selection
BOZEN (I): Bozener Filmtage vom 22.-25. April 04
SEATTLE (Canada): Seattle International Documentary Film Festival, April 04
GÖTTINGEN (D): International Film Festival, 19.-24. Mai 2004
FREISTADT (AT): Festival "Der neue Heimatfilm" Localbühne Freistadt (AT) Ende August 04
GRENOBLE (F): Festival Pastoralisme et Grands Espaces(6ème édition) du 13 au 16 octobre 04, Prapoutel Les 7 Laux (Isère ), près de Grenoble (France)
KATHMANDU (Nepal): International Mountain Film Festival, December 2004)
SALZBURG (AT): Bergfilmfestival, 18.-30.11.04
TEHERAN (Iran) : Swiss Iranian Documentary Cinema Encounters 04
LA PAZ/SANTA CRUZ (Bolivien): EDA, Embajada de Suiza Okt. 04
BUDAPEST (H) : Filmfestival Dokumentarfilme aus dem deutschsprachigen Raum Nov. 04
MEXICO: Cineteca Nacional Guadalajara 12.10.-14.11.07 (Swiss Films)
CUBA: Havanna Cinemateca de Cuba, 5. - 12.4.08
TEL AVIV (Israel): Ecolnoa Filmfestival Mai 07
BRASILIEN: 17.6.-22.6.08 Sao Paulo Centro Cultural
MEXICO: Cineteca Nacional, Mexico City ein historisches Schweizer Filmprogramm. 8. ? 20. Dezember 2015.
Festivals, AwardsGoldene Taube, Leipzig 2002
Grand Prix der ökumenischen Jury, Leipzig 2002
Don Quijote-Preis der FICC (Fédération internationale des Ciné-Clubs), Leipzig 2002
Schweizer Filmpreis 2003 für den besten Dokumentarfilm ? Cf. Text der Laudatio
Preis der Gemeinden im Wasseramt 2003 ? Text der Begründung.
Qualitätsprämie EDI
Würzburg 2004: 1. Dokumentarfilmpreis
Chicago International Documentary Festival 2004: Natasha Isaacs Cinematography Award
Publikumspreis Freistadt (Österreich) 2004 
Prix Spécial du Jury au 6ème Festival Festival Pastoralisme et Grands Espaces Grenoble (F) 04
ScreensSchweiz: über 45'000 Kinoeintritte
BRD: Bundesweit in über 90 Kinos
Österreich: Bundesweit in 15 Kinos
TV broadcastsTSI; SF DRS 1; ARTE; EBS (Education Broadcasting System) Korea; 3sat; TSR
ProductionLangjahr-Film GmbH, Luegstrasse 13, CH-6037 Root
Tel. +41-41-450 22 52 – Fax +41-41-450 22 51
E-mail: info@langjahr-film.chsend this messagewww.langjahr-film.ch
World RightsLangjahr-Film GmbH
Distribution Switzerland
and international
Langjahr-Film GmbH, Luegstrasse 13, CH-6037 Root
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Suisa number1003.813

Show screenings


Press review

Wider die laute Verödung. Langjahrs "Hirtenreise"

Der Schweizer Erich Langjahr ist ein Mann der Beharrlichkeit. Unbeirrbar verweigert er sich dem Diktat gängiger Erwartungen an Rasanz, Farbigkeit, Beliebigkeit leicht verdaulicher Kinokost.

Seine Dokumentarfilme hasten nicht von Station zu Station, geben Gesprächspartnern mehr als die modischen dreißig Sekunden, um Gedanken und Gefühle auszudrücken. Damit wird er auf ganz unspektakuläre Weise zu einem Rebellen wider alles Oberflächliche.

So auch mit "Hirtenreise in dritte Jahrtausend". Beobachtet werden Hirten, die auf Schweizer Höhen mit scheinbarem Gleichmut ihrer traditionellen Arbeit nachgehen. Lange Einstellungen schenken dem Zuschauer Muße, das Miteinander von Mensch und Tier zu erleben. Ein Genuss.

Die Geburt eines Schafes, das Balzen eines Geißbocks, das stille Grasen werden dabei zu Metaphern auf den leisen Widerstand gegen die laute Verödung unserer Welt durch ein Mehr und Mehr an genormten Abläufen und Verhaltensmustern. Lange Passagen sind von geradezu meditativer Kraft.

Wenn die Hirtenreise nach zwei Stunden zu Ende ist, möchte man das Kino gar nicht verlassen. Denn zu schön ist dieses Abtauchen in die Weite eines Daseins fern alltäglicher Hast. Hier wird der Kinobesuch gleichsam zu einer Urlaubsreise - bei der das Denken allerdings nicht ausgeschaltet wird.

Wenn da in kargen Worten von Freiheit die Rede ist, von Träumen, von Angst vor einer Zukunft, in der das Jahrhunderte alte Handwerk des Hirtens möglicherweise nicht mehr gebraucht wird, setzt ein Nachsinnen über den Gang der Zeit ein. Sollten wir nicht vielleicht die Uhren manchmal bewusst ein kleines Bisschen zurück stellen?

"Hirtenreise - ins dritte Jahrtausend" wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. als bester Schweizer Dokumentarfilm dieses Jahres und mit der Goldenen Taube des Internationalen Filmfestivals Leipzig. Trotzdem hat der Film in Deutschland keinen Verleih gefunden.

Aber auch n diesem Fall gilt: Beharrlichkeit. Erich Langjahr bringt den Film nun im Selbstverleih heraus. Wie seine Protagonisten lässt er sich von der Ignoranz der Zeitlaufmächtigen nicht verunsichern.

Peter Claus, 27. Nov. 2003, Berliner Morgenpost (BerlinLive)

Nomaden. Es gibt sie kaum noch, die Wanderhirten, die im Winter im Mittelland von Weide zu Weide ziehen und sommers ihre riesigen Schafherden weit hinauf in die Berge führen. Der bekannte Schweizer Dokumentarfilmregisseur hat zwei von ihnen über sieben Jahre begleitet.
“Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" ist das faszinierende Ergebnis. Nähe zu den Tieren, ein entbehrungsreiches Leben, grandiose Landschaften ­ ein grosser, meditativer Abgesang auf eine im verschwinden begriffene Kultur mit unvergesslichen, meisterhaften Bildern.

»In München«, Programm Magazin, Nr. 6, 4.-17. März 2004

Thomas steht am Rande eines nebelverhangenen Feldes und lässt den Blick schweifen. Ab und zu schnalzt, gurrt oder pfeift er. Ruft seinem Hund einen Befehl zu. Dirigiert die Schafherde, die zu seinen Füssen weidet: Thomas ist – wie Michel, der andere Protagonist aus Hirtenreise ins dritte Jahrtausend – Wanderhirt. Begleitet von Hund und Esel zieht er vom November bis im März mit einer riesigen Schafherde durchs Luzerner Mittelland. Steht mit der Sonne auf, wandert tagsüber mit der Herde über die Felder, schläft, selbst wenn es regnet und schneit, in einem einfachen Unterschlupf neben seinen Tieren. Thomas strahlt Ruhe aus. Hat eine Gelassenheit, die so gar nicht zur Hektik der heutigen Zeit passen will: Wie, hat sich der Schweizer Dokumentarfilmer Erich Langjahr gefragt, sieht das Hirtentum am Übergang ins dritte Jahrtausend aus? 

Er stellt mit Hirtenreise ins dritte Jahrtausend nach "Sennen-Ballade" und "Bauernkrieg" den letzten und überzeugendsten Teil seiner Trilogie vor, die sich mit den elementaren Fragen des Menschen und seiner Existenz auseinandersetzt. Sechs Jahre hat er zwei in der Schweiz lebende Wanderhirten und ihre Angehörigen mit der Kamera begleitet. Ist mit Michel gegen den Gotthard, mit Thomas ins Bündnerland und ins Tessin gezogen. Hat ihnen bei der Tierpflege und der Verrichtung alltäglicher Arbeiten zugeschaut. Wunderbar wortkarg, phasenweise mit urchig-jazziger Musik von Hans Kennel unterlegt, entwirft Hirtenreise ins dritte Jahrtausend in meditativer Geruhsamkeit ein betörend ungewohntes Bild der heutigen Schweiz und einiger ihrer Bewohner. 

Irene Genhart, Arthouse Movie News, 9/10/2002

"Hirtenreise" ist geprägt von einer grossen Nähe von Menschen und Tieren. Ein visuell eindrucksvoller und auch unterhaltsamer Film. 

Vinzenz Hediger,  29. Okt. 2002, Neue Zürcher Zeitung

Es ist ein Kinofilm entstanden, der die Realität darstellt, so hart wie sie ist. Real sind auch die Personen im Film. Der Zuschauer verbündet sich mit ihnen, sie sind keine Darsteller mehr, sie sind Bekannte geworden, wenn am Ende ihre Namen über die Leinwand flimmern.

Kaspar Grünig, Die Grüne 20/2002

Was "irgendwie wie Freiheit" ist, erscheint als entbehrungsreiches, hartes Leben, in dem sich aber gleichzeitig Haltung und Verantwortung spiegeln, eine mit der Natur auf ursprüngliche Weise verbundene und harmonisierende Weltanschauung. 

Der Bund, 12. Jan. 2002, Fred Zaugg

Stets ging es Langjahr darum, elementare Dimensionen freizulegen und zu zeigen, wie sehr wir gerade auch da noch von unserer Herkunft geprägt sind, wo wir uns von ihr entfernt haben. Seine Hirtenreise ist deshalb weder ein Abgesang noch ein Loblied auf die Hirtenromantik. Zwar ruft Langjahr auch die romantischen Bilder des Hirtentums ab, doch er zeigt auch die knochenharte Realität hinter dieser fast biblischen Bildwelt.

Sonntags-Zeitung, 21. April 2002, Thomas Allenbach

Erich Langjahr ist ein Dinosaurier in einer beschleunigten Welt, der die Zeit aufhält - und sei es für zwei Stunden mit einem Film wie Hirtenreise ins dritte Jahrtausend. Entstanden ist ein schönes, aber ungeschöntes, nie heimattümlich verklärendes Dokument über das moderne Hirtenleben. Bilder von meditativ-beruhigender Wirkung schaffen gleichsam Ruhe und Raum für Fragen an die Zeit. 

Neue Luzerner Zeitung, 20. April 2002, Birgit Schmid

Der Film besticht durch präzise Alltagsbeobachtungen und erzählt nicht zuletzt von der grossen Faszination, die das naturverbundene Leben dieser Hirten auf den Filmemacher ausübt.

Basler Zeitung, 29. April 2002, Christoph Heim

Diese autobiographisch anmutende Erzählung trägt auch meditative Züge. Im anbrechenden Jahrtausend ziehen diese Figuren durch eine von zahlreichen Gesetzen regierte Welt. Aber ihre Träume haben sie sich nicht nehmen lassen, in ihnen sind die Mythen einer Versöhnung von Natur, Tier und Mensch noch wach.

Jean Perret (Katalog «Visions du réel», Nyon, 22.-28. April 2002)

Die Faszination von Langjahrs Film liegt in der Exotik dieses einstmals traditionellen Lebens, das nicht irgendwo im Himalaja stattfindet, sondern in der mehrheitlich urbanisierten Schweiz. Die Geburt eines Schafes oder einer Ziege, das Balzverhalten des Geissbocks, die körperliche Schwerstarbeit beim Käsen werden zum cineastischen Naturereignis der erwachsenen Stadtkinder im Kino. 
Erich Langjahr schaut genau hin: Er lässt sich Zeit, gibt der Natur ihren Raum...

Berner Zeitung, 27. April 2002 (Espace Mittelland), Madeleine Corbat

Langjahr lässt sich Zeit, gibt der Natur und den in ihr lebenden Menschen viel Raum, beobachtet sie mit geduldiger Zuneigung und fasziniert mit eindrücklichen Bildern.

medien tipp Herbst 2002, Hans Hodel (Filmbeauftragter Reformierte Medien)

Im bester Tradition des klassischen dokumentarischen Autorenfilms geht Langjahr auf Spurensuche von dem, was in der hochentwickelten Schweiz an überlieferten Werten der bäuerlichen Kultur übrigbleibt. Am Beispiel der dargestellten Wanderhirten zeichnet er mit der ihm eigenen Beharrlichkeit und Sorgfalt das Bild einer brüchig gewordenen Einheit zwischen Mensch und Kosmos.

Begründung Internationalen Jury für Dokumentarfilm, 45. Int. DOK Festival Leipzig, 20.10.2002

"Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" zeugt von einer filmischen Vertiefungskunst, die vielleicht in der von Walter Benjamin beschriebenen "Aura" des fotografischen Bildes ihren Ursprung hat. Der Film gewann zu Recht die "Goldenen Taube", weil er Grundlegendes über das Verhältnis von Mensch, Natur und Gesellschaft erzählt und dank Bildwitz und Rhythmus zur Musik des "Contemporary Alphornorchesters" über die gesamten 124 Filmminuten unterhält. 

Filmdienst, Cornelia Fleer (Bericht 45. Int. DOK Leipzig 15.-20.10.2002)

Versöhnt schied vom Festival in Nyon (Vision du réel), wer Erich Langjahrs grossen Film Hirtenreise ins dritte Jahrtausend gesehen hatte... Der Darstellung der Schrecken industrieller Tierhaltung in Langjahrs Bauernkrieg (1998) folgt nun ein scheinbar idyllisches Opus. Doch die ethnographisch genauen Bilder lassen keine landselige Schwärmerei aufkommen. Stunden, Tage, Jahre vergehen, ohne Leerlauf und nie sorgenfrei.

Frankfurter Allgemeine, Hans-Jörg Rother, 7. Mai 2002

Erich Langjahr stellt sich nicht gegen den Fortschritt, aber er plädiert für einen Fortschritt ohne Seelenverlust. Darum berühren seine Filme auf unaufdringliche, subversive Art und Weise und greifen an das Gemüt.

RONTALER BRATTIG, 5. Ausgabe/Jahrgang 2003, Andreas Iten

Poetische wie genaue Beobachtung des Lebens der Hirten im Wechsel der Jahreszeiten und im Wandel der Zeiten. 

Norbert Wehrstedt, Leipziger Volkszeitung (Bericht 45.Int. DOK Leipzig 15.-20.10.2002)

Der Film lässt Zeit- und Raumbezüge aufregend neu erfahren.

Silvia Hallensleben, Der Tagesspiegel, 22. Okt. 2002

In stimmungsvollen Bildern, mit genauem Hinsehen, verfolgt Langjahr den Dialog zwischen Mensch, Tier und Landschaft und findet heraus, was in der hochentwickelten Schweiz an überlieferten Werten der bäuerlichen Kultur übrigbleibt. 

Die Welt am Sonntag, 27. Okt. 2002, Günter Agde 


Press review:   ▶ german   ▶ french   ▶ italian   ▶ spanish   


Press review (german)

Wider die laute Verödung. Langjahrs "Hirtenreise"

Der Schweizer Erich Langjahr ist ein Mann der Beharrlichkeit. Unbeirrbar verweigert er sich dem Diktat gängiger Erwartungen an Rasanz, Farbigkeit, Beliebigkeit leicht verdaulicher Kinokost.

Seine Dokumentarfilme hasten nicht von Station zu Station, geben Gesprächspartnern mehr als die modischen dreißig Sekunden, um Gedanken und Gefühle auszudrücken. Damit wird er auf ganz unspektakuläre Weise zu einem Rebellen wider alles Oberflächliche.

So auch mit "Hirtenreise in dritte Jahrtausend". Beobachtet werden Hirten, die auf Schweizer Höhen mit scheinbarem Gleichmut ihrer traditionellen Arbeit nachgehen. Lange Einstellungen schenken dem Zuschauer Muße, das Miteinander von Mensch und Tier zu erleben. Ein Genuss.

Die Geburt eines Schafes, das Balzen eines Geißbocks, das stille Grasen werden dabei zu Metaphern auf den leisen Widerstand gegen die laute Verödung unserer Welt durch ein Mehr und Mehr an genormten Abläufen und Verhaltensmustern. Lange Passagen sind von geradezu meditativer Kraft.

Wenn die Hirtenreise nach zwei Stunden zu Ende ist, möchte man das Kino gar nicht verlassen. Denn zu schön ist dieses Abtauchen in die Weite eines Daseins fern alltäglicher Hast. Hier wird der Kinobesuch gleichsam zu einer Urlaubsreise - bei der das Denken allerdings nicht ausgeschaltet wird.

Wenn da in kargen Worten von Freiheit die Rede ist, von Träumen, von Angst vor einer Zukunft, in der das Jahrhunderte alte Handwerk des Hirtens möglicherweise nicht mehr gebraucht wird, setzt ein Nachsinnen über den Gang der Zeit ein. Sollten wir nicht vielleicht die Uhren manchmal bewusst ein kleines Bisschen zurück stellen?

"Hirtenreise - ins dritte Jahrtausend" wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. als bester Schweizer Dokumentarfilm dieses Jahres und mit der Goldenen Taube des Internationalen Filmfestivals Leipzig. Trotzdem hat der Film in Deutschland keinen Verleih gefunden.

Aber auch n diesem Fall gilt: Beharrlichkeit. Erich Langjahr bringt den Film nun im Selbstverleih heraus. Wie seine Protagonisten lässt er sich von der Ignoranz der Zeitlaufmächtigen nicht verunsichern.

Peter Claus, 27. Nov. 2003, Berliner Morgenpost (BerlinLive)

Nomaden. Es gibt sie kaum noch, die Wanderhirten, die im Winter im Mittelland von Weide zu Weide ziehen und sommers ihre riesigen Schafherden weit hinauf in die Berge führen. Der bekannte Schweizer Dokumentarfilmregisseur hat zwei von ihnen über sieben Jahre begleitet.
“Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" ist das faszinierende Ergebnis. Nähe zu den Tieren, ein entbehrungsreiches Leben, grandiose Landschaften ­ ein grosser, meditativer Abgesang auf eine im verschwinden begriffene Kultur mit unvergesslichen, meisterhaften Bildern.

»In München«, Programm Magazin, Nr. 6, 4.-17. März 2004

Thomas steht am Rande eines nebelverhangenen Feldes und lässt den Blick schweifen. Ab und zu schnalzt, gurrt oder pfeift er. Ruft seinem Hund einen Befehl zu. Dirigiert die Schafherde, die zu seinen Füssen weidet: Thomas ist – wie Michel, der andere Protagonist aus Hirtenreise ins dritte Jahrtausend – Wanderhirt. Begleitet von Hund und Esel zieht er vom November bis im März mit einer riesigen Schafherde durchs Luzerner Mittelland. Steht mit der Sonne auf, wandert tagsüber mit der Herde über die Felder, schläft, selbst wenn es regnet und schneit, in einem einfachen Unterschlupf neben seinen Tieren. Thomas strahlt Ruhe aus. Hat eine Gelassenheit, die so gar nicht zur Hektik der heutigen Zeit passen will: Wie, hat sich der Schweizer Dokumentarfilmer Erich Langjahr gefragt, sieht das Hirtentum am Übergang ins dritte Jahrtausend aus? 

Er stellt mit Hirtenreise ins dritte Jahrtausend nach "Sennen-Ballade" und "Bauernkrieg" den letzten und überzeugendsten Teil seiner Trilogie vor, die sich mit den elementaren Fragen des Menschen und seiner Existenz auseinandersetzt. Sechs Jahre hat er zwei in der Schweiz lebende Wanderhirten und ihre Angehörigen mit der Kamera begleitet. Ist mit Michel gegen den Gotthard, mit Thomas ins Bündnerland und ins Tessin gezogen. Hat ihnen bei der Tierpflege und der Verrichtung alltäglicher Arbeiten zugeschaut. Wunderbar wortkarg, phasenweise mit urchig-jazziger Musik von Hans Kennel unterlegt, entwirft Hirtenreise ins dritte Jahrtausend in meditativer Geruhsamkeit ein betörend ungewohntes Bild der heutigen Schweiz und einiger ihrer Bewohner. 

Irene Genhart, Arthouse Movie News, 9/10/2002

"Hirtenreise" ist geprägt von einer grossen Nähe von Menschen und Tieren. Ein visuell eindrucksvoller und auch unterhaltsamer Film. 

Vinzenz Hediger,  29. Okt. 2002, Neue Zürcher Zeitung

Es ist ein Kinofilm entstanden, der die Realität darstellt, so hart wie sie ist. Real sind auch die Personen im Film. Der Zuschauer verbündet sich mit ihnen, sie sind keine Darsteller mehr, sie sind Bekannte geworden, wenn am Ende ihre Namen über die Leinwand flimmern.

Kaspar Grünig, Die Grüne 20/2002

Was "irgendwie wie Freiheit" ist, erscheint als entbehrungsreiches, hartes Leben, in dem sich aber gleichzeitig Haltung und Verantwortung spiegeln, eine mit der Natur auf ursprüngliche Weise verbundene und harmonisierende Weltanschauung. 

Der Bund, 12. Jan. 2002, Fred Zaugg

Stets ging es Langjahr darum, elementare Dimensionen freizulegen und zu zeigen, wie sehr wir gerade auch da noch von unserer Herkunft geprägt sind, wo wir uns von ihr entfernt haben. Seine Hirtenreise ist deshalb weder ein Abgesang noch ein Loblied auf die Hirtenromantik. Zwar ruft Langjahr auch die romantischen Bilder des Hirtentums ab, doch er zeigt auch die knochenharte Realität hinter dieser fast biblischen Bildwelt.

Sonntags-Zeitung, 21. April 2002, Thomas Allenbach

Erich Langjahr ist ein Dinosaurier in einer beschleunigten Welt, der die Zeit aufhält - und sei es für zwei Stunden mit einem Film wie Hirtenreise ins dritte Jahrtausend. Entstanden ist ein schönes, aber ungeschöntes, nie heimattümlich verklärendes Dokument über das moderne Hirtenleben. Bilder von meditativ-beruhigender Wirkung schaffen gleichsam Ruhe und Raum für Fragen an die Zeit. 

Neue Luzerner Zeitung, 20. April 2002, Birgit Schmid

Der Film besticht durch präzise Alltagsbeobachtungen und erzählt nicht zuletzt von der grossen Faszination, die das naturverbundene Leben dieser Hirten auf den Filmemacher ausübt.

Basler Zeitung, 29. April 2002, Christoph Heim

Diese autobiographisch anmutende Erzählung trägt auch meditative Züge. Im anbrechenden Jahrtausend ziehen diese Figuren durch eine von zahlreichen Gesetzen regierte Welt. Aber ihre Träume haben sie sich nicht nehmen lassen, in ihnen sind die Mythen einer Versöhnung von Natur, Tier und Mensch noch wach.

Jean Perret (Katalog «Visions du réel», Nyon, 22.-28. April 2002)

Die Faszination von Langjahrs Film liegt in der Exotik dieses einstmals traditionellen Lebens, das nicht irgendwo im Himalaja stattfindet, sondern in der mehrheitlich urbanisierten Schweiz. Die Geburt eines Schafes oder einer Ziege, das Balzverhalten des Geissbocks, die körperliche Schwerstarbeit beim Käsen werden zum cineastischen Naturereignis der erwachsenen Stadtkinder im Kino. 
Erich Langjahr schaut genau hin: Er lässt sich Zeit, gibt der Natur ihren Raum...

Berner Zeitung, 27. April 2002 (Espace Mittelland), Madeleine Corbat

Langjahr lässt sich Zeit, gibt der Natur und den in ihr lebenden Menschen viel Raum, beobachtet sie mit geduldiger Zuneigung und fasziniert mit eindrücklichen Bildern.

medien tipp Herbst 2002, Hans Hodel (Filmbeauftragter Reformierte Medien)

Im bester Tradition des klassischen dokumentarischen Autorenfilms geht Langjahr auf Spurensuche von dem, was in der hochentwickelten Schweiz an überlieferten Werten der bäuerlichen Kultur übrigbleibt. Am Beispiel der dargestellten Wanderhirten zeichnet er mit der ihm eigenen Beharrlichkeit und Sorgfalt das Bild einer brüchig gewordenen Einheit zwischen Mensch und Kosmos.

Begründung Internationalen Jury für Dokumentarfilm, 45. Int. DOK Festival Leipzig, 20.10.2002

"Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" zeugt von einer filmischen Vertiefungskunst, die vielleicht in der von Walter Benjamin beschriebenen "Aura" des fotografischen Bildes ihren Ursprung hat. Der Film gewann zu Recht die "Goldenen Taube", weil er Grundlegendes über das Verhältnis von Mensch, Natur und Gesellschaft erzählt und dank Bildwitz und Rhythmus zur Musik des "Contemporary Alphornorchesters" über die gesamten 124 Filmminuten unterhält. 

Filmdienst, Cornelia Fleer (Bericht 45. Int. DOK Leipzig 15.-20.10.2002)

Versöhnt schied vom Festival in Nyon (Vision du réel), wer Erich Langjahrs grossen Film Hirtenreise ins dritte Jahrtausend gesehen hatte... Der Darstellung der Schrecken industrieller Tierhaltung in Langjahrs Bauernkrieg (1998) folgt nun ein scheinbar idyllisches Opus. Doch die ethnographisch genauen Bilder lassen keine landselige Schwärmerei aufkommen. Stunden, Tage, Jahre vergehen, ohne Leerlauf und nie sorgenfrei.

Frankfurter Allgemeine, Hans-Jörg Rother, 7. Mai 2002

Erich Langjahr stellt sich nicht gegen den Fortschritt, aber er plädiert für einen Fortschritt ohne Seelenverlust. Darum berühren seine Filme auf unaufdringliche, subversive Art und Weise und greifen an das Gemüt.

RONTALER BRATTIG, 5. Ausgabe/Jahrgang 2003, Andreas Iten

Poetische wie genaue Beobachtung des Lebens der Hirten im Wechsel der Jahreszeiten und im Wandel der Zeiten. 

Norbert Wehrstedt, Leipziger Volkszeitung (Bericht 45.Int. DOK Leipzig 15.-20.10.2002)

Der Film lässt Zeit- und Raumbezüge aufregend neu erfahren.

Silvia Hallensleben, Der Tagesspiegel, 22. Okt. 2002

In stimmungsvollen Bildern, mit genauem Hinsehen, verfolgt Langjahr den Dialog zwischen Mensch, Tier und Landschaft und findet heraus, was in der hochentwickelten Schweiz an überlieferten Werten der bäuerlichen Kultur übrigbleibt. 

Die Welt am Sonntag, 27. Okt. 2002, Günter Agde 


Press review:   ▶ german   ▶ french   ▶ italian   ▶ spanish   


Press review (french)

Wider die laute Verödung. Langjahrs "Hirtenreise"

Der Schweizer Erich Langjahr ist ein Mann der Beharrlichkeit. Unbeirrbar verweigert er sich dem Diktat gängiger Erwartungen an Rasanz, Farbigkeit, Beliebigkeit leicht verdaulicher Kinokost.

Seine Dokumentarfilme hasten nicht von Station zu Station, geben Gesprächspartnern mehr als die modischen dreißig Sekunden, um Gedanken und Gefühle auszudrücken. Damit wird er auf ganz unspektakuläre Weise zu einem Rebellen wider alles Oberflächliche.

So auch mit "Hirtenreise in dritte Jahrtausend". Beobachtet werden Hirten, die auf Schweizer Höhen mit scheinbarem Gleichmut ihrer traditionellen Arbeit nachgehen. Lange Einstellungen schenken dem Zuschauer Muße, das Miteinander von Mensch und Tier zu erleben. Ein Genuss.

Die Geburt eines Schafes, das Balzen eines Geißbocks, das stille Grasen werden dabei zu Metaphern auf den leisen Widerstand gegen die laute Verödung unserer Welt durch ein Mehr und Mehr an genormten Abläufen und Verhaltensmustern. Lange Passagen sind von geradezu meditativer Kraft.

Wenn die Hirtenreise nach zwei Stunden zu Ende ist, möchte man das Kino gar nicht verlassen. Denn zu schön ist dieses Abtauchen in die Weite eines Daseins fern alltäglicher Hast. Hier wird der Kinobesuch gleichsam zu einer Urlaubsreise - bei der das Denken allerdings nicht ausgeschaltet wird.

Wenn da in kargen Worten von Freiheit die Rede ist, von Träumen, von Angst vor einer Zukunft, in der das Jahrhunderte alte Handwerk des Hirtens möglicherweise nicht mehr gebraucht wird, setzt ein Nachsinnen über den Gang der Zeit ein. Sollten wir nicht vielleicht die Uhren manchmal bewusst ein kleines Bisschen zurück stellen?

"Hirtenreise - ins dritte Jahrtausend" wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. als bester Schweizer Dokumentarfilm dieses Jahres und mit der Goldenen Taube des Internationalen Filmfestivals Leipzig. Trotzdem hat der Film in Deutschland keinen Verleih gefunden.

Aber auch n diesem Fall gilt: Beharrlichkeit. Erich Langjahr bringt den Film nun im Selbstverleih heraus. Wie seine Protagonisten lässt er sich von der Ignoranz der Zeitlaufmächtigen nicht verunsichern.

Peter Claus, 27. Nov. 2003, Berliner Morgenpost (BerlinLive)

Nomaden. Es gibt sie kaum noch, die Wanderhirten, die im Winter im Mittelland von Weide zu Weide ziehen und sommers ihre riesigen Schafherden weit hinauf in die Berge führen. Der bekannte Schweizer Dokumentarfilmregisseur hat zwei von ihnen über sieben Jahre begleitet.
“Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" ist das faszinierende Ergebnis. Nähe zu den Tieren, ein entbehrungsreiches Leben, grandiose Landschaften ­ ein grosser, meditativer Abgesang auf eine im verschwinden begriffene Kultur mit unvergesslichen, meisterhaften Bildern.

»In München«, Programm Magazin, Nr. 6, 4.-17. März 2004

Thomas steht am Rande eines nebelverhangenen Feldes und lässt den Blick schweifen. Ab und zu schnalzt, gurrt oder pfeift er. Ruft seinem Hund einen Befehl zu. Dirigiert die Schafherde, die zu seinen Füssen weidet: Thomas ist – wie Michel, der andere Protagonist aus Hirtenreise ins dritte Jahrtausend – Wanderhirt. Begleitet von Hund und Esel zieht er vom November bis im März mit einer riesigen Schafherde durchs Luzerner Mittelland. Steht mit der Sonne auf, wandert tagsüber mit der Herde über die Felder, schläft, selbst wenn es regnet und schneit, in einem einfachen Unterschlupf neben seinen Tieren. Thomas strahlt Ruhe aus. Hat eine Gelassenheit, die so gar nicht zur Hektik der heutigen Zeit passen will: Wie, hat sich der Schweizer Dokumentarfilmer Erich Langjahr gefragt, sieht das Hirtentum am Übergang ins dritte Jahrtausend aus? 

Er stellt mit Hirtenreise ins dritte Jahrtausend nach "Sennen-Ballade" und "Bauernkrieg" den letzten und überzeugendsten Teil seiner Trilogie vor, die sich mit den elementaren Fragen des Menschen und seiner Existenz auseinandersetzt. Sechs Jahre hat er zwei in der Schweiz lebende Wanderhirten und ihre Angehörigen mit der Kamera begleitet. Ist mit Michel gegen den Gotthard, mit Thomas ins Bündnerland und ins Tessin gezogen. Hat ihnen bei der Tierpflege und der Verrichtung alltäglicher Arbeiten zugeschaut. Wunderbar wortkarg, phasenweise mit urchig-jazziger Musik von Hans Kennel unterlegt, entwirft Hirtenreise ins dritte Jahrtausend in meditativer Geruhsamkeit ein betörend ungewohntes Bild der heutigen Schweiz und einiger ihrer Bewohner. 

Irene Genhart, Arthouse Movie News, 9/10/2002

"Hirtenreise" ist geprägt von einer grossen Nähe von Menschen und Tieren. Ein visuell eindrucksvoller und auch unterhaltsamer Film. 

Vinzenz Hediger,  29. Okt. 2002, Neue Zürcher Zeitung

Es ist ein Kinofilm entstanden, der die Realität darstellt, so hart wie sie ist. Real sind auch die Personen im Film. Der Zuschauer verbündet sich mit ihnen, sie sind keine Darsteller mehr, sie sind Bekannte geworden, wenn am Ende ihre Namen über die Leinwand flimmern.

Kaspar Grünig, Die Grüne 20/2002

Was "irgendwie wie Freiheit" ist, erscheint als entbehrungsreiches, hartes Leben, in dem sich aber gleichzeitig Haltung und Verantwortung spiegeln, eine mit der Natur auf ursprüngliche Weise verbundene und harmonisierende Weltanschauung. 

Der Bund, 12. Jan. 2002, Fred Zaugg

Stets ging es Langjahr darum, elementare Dimensionen freizulegen und zu zeigen, wie sehr wir gerade auch da noch von unserer Herkunft geprägt sind, wo wir uns von ihr entfernt haben. Seine Hirtenreise ist deshalb weder ein Abgesang noch ein Loblied auf die Hirtenromantik. Zwar ruft Langjahr auch die romantischen Bilder des Hirtentums ab, doch er zeigt auch die knochenharte Realität hinter dieser fast biblischen Bildwelt.

Sonntags-Zeitung, 21. April 2002, Thomas Allenbach

Erich Langjahr ist ein Dinosaurier in einer beschleunigten Welt, der die Zeit aufhält - und sei es für zwei Stunden mit einem Film wie Hirtenreise ins dritte Jahrtausend. Entstanden ist ein schönes, aber ungeschöntes, nie heimattümlich verklärendes Dokument über das moderne Hirtenleben. Bilder von meditativ-beruhigender Wirkung schaffen gleichsam Ruhe und Raum für Fragen an die Zeit. 

Neue Luzerner Zeitung, 20. April 2002, Birgit Schmid

Der Film besticht durch präzise Alltagsbeobachtungen und erzählt nicht zuletzt von der grossen Faszination, die das naturverbundene Leben dieser Hirten auf den Filmemacher ausübt.

Basler Zeitung, 29. April 2002, Christoph Heim

Diese autobiographisch anmutende Erzählung trägt auch meditative Züge. Im anbrechenden Jahrtausend ziehen diese Figuren durch eine von zahlreichen Gesetzen regierte Welt. Aber ihre Träume haben sie sich nicht nehmen lassen, in ihnen sind die Mythen einer Versöhnung von Natur, Tier und Mensch noch wach.

Jean Perret (Katalog «Visions du réel», Nyon, 22.-28. April 2002)

Die Faszination von Langjahrs Film liegt in der Exotik dieses einstmals traditionellen Lebens, das nicht irgendwo im Himalaja stattfindet, sondern in der mehrheitlich urbanisierten Schweiz. Die Geburt eines Schafes oder einer Ziege, das Balzverhalten des Geissbocks, die körperliche Schwerstarbeit beim Käsen werden zum cineastischen Naturereignis der erwachsenen Stadtkinder im Kino. 
Erich Langjahr schaut genau hin: Er lässt sich Zeit, gibt der Natur ihren Raum...

Berner Zeitung, 27. April 2002 (Espace Mittelland), Madeleine Corbat

Langjahr lässt sich Zeit, gibt der Natur und den in ihr lebenden Menschen viel Raum, beobachtet sie mit geduldiger Zuneigung und fasziniert mit eindrücklichen Bildern.

medien tipp Herbst 2002, Hans Hodel (Filmbeauftragter Reformierte Medien)

Im bester Tradition des klassischen dokumentarischen Autorenfilms geht Langjahr auf Spurensuche von dem, was in der hochentwickelten Schweiz an überlieferten Werten der bäuerlichen Kultur übrigbleibt. Am Beispiel der dargestellten Wanderhirten zeichnet er mit der ihm eigenen Beharrlichkeit und Sorgfalt das Bild einer brüchig gewordenen Einheit zwischen Mensch und Kosmos.

Begründung Internationalen Jury für Dokumentarfilm, 45. Int. DOK Festival Leipzig, 20.10.2002

"Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" zeugt von einer filmischen Vertiefungskunst, die vielleicht in der von Walter Benjamin beschriebenen "Aura" des fotografischen Bildes ihren Ursprung hat. Der Film gewann zu Recht die "Goldenen Taube", weil er Grundlegendes über das Verhältnis von Mensch, Natur und Gesellschaft erzählt und dank Bildwitz und Rhythmus zur Musik des "Contemporary Alphornorchesters" über die gesamten 124 Filmminuten unterhält. 

Filmdienst, Cornelia Fleer (Bericht 45. Int. DOK Leipzig 15.-20.10.2002)

Versöhnt schied vom Festival in Nyon (Vision du réel), wer Erich Langjahrs grossen Film Hirtenreise ins dritte Jahrtausend gesehen hatte... Der Darstellung der Schrecken industrieller Tierhaltung in Langjahrs Bauernkrieg (1998) folgt nun ein scheinbar idyllisches Opus. Doch die ethnographisch genauen Bilder lassen keine landselige Schwärmerei aufkommen. Stunden, Tage, Jahre vergehen, ohne Leerlauf und nie sorgenfrei.

Frankfurter Allgemeine, Hans-Jörg Rother, 7. Mai 2002

Erich Langjahr stellt sich nicht gegen den Fortschritt, aber er plädiert für einen Fortschritt ohne Seelenverlust. Darum berühren seine Filme auf unaufdringliche, subversive Art und Weise und greifen an das Gemüt.

RONTALER BRATTIG, 5. Ausgabe/Jahrgang 2003, Andreas Iten

Poetische wie genaue Beobachtung des Lebens der Hirten im Wechsel der Jahreszeiten und im Wandel der Zeiten. 

Norbert Wehrstedt, Leipziger Volkszeitung (Bericht 45.Int. DOK Leipzig 15.-20.10.2002)

Der Film lässt Zeit- und Raumbezüge aufregend neu erfahren.

Silvia Hallensleben, Der Tagesspiegel, 22. Okt. 2002

In stimmungsvollen Bildern, mit genauem Hinsehen, verfolgt Langjahr den Dialog zwischen Mensch, Tier und Landschaft und findet heraus, was in der hochentwickelten Schweiz an überlieferten Werten der bäuerlichen Kultur übrigbleibt. 

Die Welt am Sonntag, 27. Okt. 2002, Günter Agde 


Press review:   ▶ german   ▶ french   ▶ italian   ▶ spanish   


Press review (italian)

Wider die laute Verödung. Langjahrs "Hirtenreise"

Der Schweizer Erich Langjahr ist ein Mann der Beharrlichkeit. Unbeirrbar verweigert er sich dem Diktat gängiger Erwartungen an Rasanz, Farbigkeit, Beliebigkeit leicht verdaulicher Kinokost.

Seine Dokumentarfilme hasten nicht von Station zu Station, geben Gesprächspartnern mehr als die modischen dreißig Sekunden, um Gedanken und Gefühle auszudrücken. Damit wird er auf ganz unspektakuläre Weise zu einem Rebellen wider alles Oberflächliche.

So auch mit "Hirtenreise in dritte Jahrtausend". Beobachtet werden Hirten, die auf Schweizer Höhen mit scheinbarem Gleichmut ihrer traditionellen Arbeit nachgehen. Lange Einstellungen schenken dem Zuschauer Muße, das Miteinander von Mensch und Tier zu erleben. Ein Genuss.

Die Geburt eines Schafes, das Balzen eines Geißbocks, das stille Grasen werden dabei zu Metaphern auf den leisen Widerstand gegen die laute Verödung unserer Welt durch ein Mehr und Mehr an genormten Abläufen und Verhaltensmustern. Lange Passagen sind von geradezu meditativer Kraft.

Wenn die Hirtenreise nach zwei Stunden zu Ende ist, möchte man das Kino gar nicht verlassen. Denn zu schön ist dieses Abtauchen in die Weite eines Daseins fern alltäglicher Hast. Hier wird der Kinobesuch gleichsam zu einer Urlaubsreise - bei der das Denken allerdings nicht ausgeschaltet wird.

Wenn da in kargen Worten von Freiheit die Rede ist, von Träumen, von Angst vor einer Zukunft, in der das Jahrhunderte alte Handwerk des Hirtens möglicherweise nicht mehr gebraucht wird, setzt ein Nachsinnen über den Gang der Zeit ein. Sollten wir nicht vielleicht die Uhren manchmal bewusst ein kleines Bisschen zurück stellen?

"Hirtenreise - ins dritte Jahrtausend" wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. als bester Schweizer Dokumentarfilm dieses Jahres und mit der Goldenen Taube des Internationalen Filmfestivals Leipzig. Trotzdem hat der Film in Deutschland keinen Verleih gefunden.

Aber auch n diesem Fall gilt: Beharrlichkeit. Erich Langjahr bringt den Film nun im Selbstverleih heraus. Wie seine Protagonisten lässt er sich von der Ignoranz der Zeitlaufmächtigen nicht verunsichern.

Peter Claus, 27. Nov. 2003, Berliner Morgenpost (BerlinLive)

Nomaden. Es gibt sie kaum noch, die Wanderhirten, die im Winter im Mittelland von Weide zu Weide ziehen und sommers ihre riesigen Schafherden weit hinauf in die Berge führen. Der bekannte Schweizer Dokumentarfilmregisseur hat zwei von ihnen über sieben Jahre begleitet.
“Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" ist das faszinierende Ergebnis. Nähe zu den Tieren, ein entbehrungsreiches Leben, grandiose Landschaften ­ ein grosser, meditativer Abgesang auf eine im verschwinden begriffene Kultur mit unvergesslichen, meisterhaften Bildern.

»In München«, Programm Magazin, Nr. 6, 4.-17. März 2004

Thomas steht am Rande eines nebelverhangenen Feldes und lässt den Blick schweifen. Ab und zu schnalzt, gurrt oder pfeift er. Ruft seinem Hund einen Befehl zu. Dirigiert die Schafherde, die zu seinen Füssen weidet: Thomas ist – wie Michel, der andere Protagonist aus Hirtenreise ins dritte Jahrtausend – Wanderhirt. Begleitet von Hund und Esel zieht er vom November bis im März mit einer riesigen Schafherde durchs Luzerner Mittelland. Steht mit der Sonne auf, wandert tagsüber mit der Herde über die Felder, schläft, selbst wenn es regnet und schneit, in einem einfachen Unterschlupf neben seinen Tieren. Thomas strahlt Ruhe aus. Hat eine Gelassenheit, die so gar nicht zur Hektik der heutigen Zeit passen will: Wie, hat sich der Schweizer Dokumentarfilmer Erich Langjahr gefragt, sieht das Hirtentum am Übergang ins dritte Jahrtausend aus? 

Er stellt mit Hirtenreise ins dritte Jahrtausend nach "Sennen-Ballade" und "Bauernkrieg" den letzten und überzeugendsten Teil seiner Trilogie vor, die sich mit den elementaren Fragen des Menschen und seiner Existenz auseinandersetzt. Sechs Jahre hat er zwei in der Schweiz lebende Wanderhirten und ihre Angehörigen mit der Kamera begleitet. Ist mit Michel gegen den Gotthard, mit Thomas ins Bündnerland und ins Tessin gezogen. Hat ihnen bei der Tierpflege und der Verrichtung alltäglicher Arbeiten zugeschaut. Wunderbar wortkarg, phasenweise mit urchig-jazziger Musik von Hans Kennel unterlegt, entwirft Hirtenreise ins dritte Jahrtausend in meditativer Geruhsamkeit ein betörend ungewohntes Bild der heutigen Schweiz und einiger ihrer Bewohner. 

Irene Genhart, Arthouse Movie News, 9/10/2002

"Hirtenreise" ist geprägt von einer grossen Nähe von Menschen und Tieren. Ein visuell eindrucksvoller und auch unterhaltsamer Film. 

Vinzenz Hediger,  29. Okt. 2002, Neue Zürcher Zeitung

Es ist ein Kinofilm entstanden, der die Realität darstellt, so hart wie sie ist. Real sind auch die Personen im Film. Der Zuschauer verbündet sich mit ihnen, sie sind keine Darsteller mehr, sie sind Bekannte geworden, wenn am Ende ihre Namen über die Leinwand flimmern.

Kaspar Grünig, Die Grüne 20/2002

Was "irgendwie wie Freiheit" ist, erscheint als entbehrungsreiches, hartes Leben, in dem sich aber gleichzeitig Haltung und Verantwortung spiegeln, eine mit der Natur auf ursprüngliche Weise verbundene und harmonisierende Weltanschauung. 

Der Bund, 12. Jan. 2002, Fred Zaugg

Stets ging es Langjahr darum, elementare Dimensionen freizulegen und zu zeigen, wie sehr wir gerade auch da noch von unserer Herkunft geprägt sind, wo wir uns von ihr entfernt haben. Seine Hirtenreise ist deshalb weder ein Abgesang noch ein Loblied auf die Hirtenromantik. Zwar ruft Langjahr auch die romantischen Bilder des Hirtentums ab, doch er zeigt auch die knochenharte Realität hinter dieser fast biblischen Bildwelt.

Sonntags-Zeitung, 21. April 2002, Thomas Allenbach

Erich Langjahr ist ein Dinosaurier in einer beschleunigten Welt, der die Zeit aufhält - und sei es für zwei Stunden mit einem Film wie Hirtenreise ins dritte Jahrtausend. Entstanden ist ein schönes, aber ungeschöntes, nie heimattümlich verklärendes Dokument über das moderne Hirtenleben. Bilder von meditativ-beruhigender Wirkung schaffen gleichsam Ruhe und Raum für Fragen an die Zeit. 

Neue Luzerner Zeitung, 20. April 2002, Birgit Schmid

Der Film besticht durch präzise Alltagsbeobachtungen und erzählt nicht zuletzt von der grossen Faszination, die das naturverbundene Leben dieser Hirten auf den Filmemacher ausübt.

Basler Zeitung, 29. April 2002, Christoph Heim

Diese autobiographisch anmutende Erzählung trägt auch meditative Züge. Im anbrechenden Jahrtausend ziehen diese Figuren durch eine von zahlreichen Gesetzen regierte Welt. Aber ihre Träume haben sie sich nicht nehmen lassen, in ihnen sind die Mythen einer Versöhnung von Natur, Tier und Mensch noch wach.

Jean Perret (Katalog «Visions du réel», Nyon, 22.-28. April 2002)

Die Faszination von Langjahrs Film liegt in der Exotik dieses einstmals traditionellen Lebens, das nicht irgendwo im Himalaja stattfindet, sondern in der mehrheitlich urbanisierten Schweiz. Die Geburt eines Schafes oder einer Ziege, das Balzverhalten des Geissbocks, die körperliche Schwerstarbeit beim Käsen werden zum cineastischen Naturereignis der erwachsenen Stadtkinder im Kino. 
Erich Langjahr schaut genau hin: Er lässt sich Zeit, gibt der Natur ihren Raum...

Berner Zeitung, 27. April 2002 (Espace Mittelland), Madeleine Corbat

Langjahr lässt sich Zeit, gibt der Natur und den in ihr lebenden Menschen viel Raum, beobachtet sie mit geduldiger Zuneigung und fasziniert mit eindrücklichen Bildern.

medien tipp Herbst 2002, Hans Hodel (Filmbeauftragter Reformierte Medien)

Im bester Tradition des klassischen dokumentarischen Autorenfilms geht Langjahr auf Spurensuche von dem, was in der hochentwickelten Schweiz an überlieferten Werten der bäuerlichen Kultur übrigbleibt. Am Beispiel der dargestellten Wanderhirten zeichnet er mit der ihm eigenen Beharrlichkeit und Sorgfalt das Bild einer brüchig gewordenen Einheit zwischen Mensch und Kosmos.

Begründung Internationalen Jury für Dokumentarfilm, 45. Int. DOK Festival Leipzig, 20.10.2002

"Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" zeugt von einer filmischen Vertiefungskunst, die vielleicht in der von Walter Benjamin beschriebenen "Aura" des fotografischen Bildes ihren Ursprung hat. Der Film gewann zu Recht die "Goldenen Taube", weil er Grundlegendes über das Verhältnis von Mensch, Natur und Gesellschaft erzählt und dank Bildwitz und Rhythmus zur Musik des "Contemporary Alphornorchesters" über die gesamten 124 Filmminuten unterhält. 

Filmdienst, Cornelia Fleer (Bericht 45. Int. DOK Leipzig 15.-20.10.2002)

Versöhnt schied vom Festival in Nyon (Vision du réel), wer Erich Langjahrs grossen Film Hirtenreise ins dritte Jahrtausend gesehen hatte... Der Darstellung der Schrecken industrieller Tierhaltung in Langjahrs Bauernkrieg (1998) folgt nun ein scheinbar idyllisches Opus. Doch die ethnographisch genauen Bilder lassen keine landselige Schwärmerei aufkommen. Stunden, Tage, Jahre vergehen, ohne Leerlauf und nie sorgenfrei.

Frankfurter Allgemeine, Hans-Jörg Rother, 7. Mai 2002

Erich Langjahr stellt sich nicht gegen den Fortschritt, aber er plädiert für einen Fortschritt ohne Seelenverlust. Darum berühren seine Filme auf unaufdringliche, subversive Art und Weise und greifen an das Gemüt.

RONTALER BRATTIG, 5. Ausgabe/Jahrgang 2003, Andreas Iten

Poetische wie genaue Beobachtung des Lebens der Hirten im Wechsel der Jahreszeiten und im Wandel der Zeiten. 

Norbert Wehrstedt, Leipziger Volkszeitung (Bericht 45.Int. DOK Leipzig 15.-20.10.2002)

Der Film lässt Zeit- und Raumbezüge aufregend neu erfahren.

Silvia Hallensleben, Der Tagesspiegel, 22. Okt. 2002

In stimmungsvollen Bildern, mit genauem Hinsehen, verfolgt Langjahr den Dialog zwischen Mensch, Tier und Landschaft und findet heraus, was in der hochentwickelten Schweiz an überlieferten Werten der bäuerlichen Kultur übrigbleibt. 

Die Welt am Sonntag, 27. Okt. 2002, Günter Agde 


Press review:   ▶ german   ▶ french   ▶ italian   ▶ spanish   


Press review (spanish)

Wider die laute Verödung. Langjahrs "Hirtenreise"

Der Schweizer Erich Langjahr ist ein Mann der Beharrlichkeit. Unbeirrbar verweigert er sich dem Diktat gängiger Erwartungen an Rasanz, Farbigkeit, Beliebigkeit leicht verdaulicher Kinokost.

Seine Dokumentarfilme hasten nicht von Station zu Station, geben Gesprächspartnern mehr als die modischen dreißig Sekunden, um Gedanken und Gefühle auszudrücken. Damit wird er auf ganz unspektakuläre Weise zu einem Rebellen wider alles Oberflächliche.

So auch mit "Hirtenreise in dritte Jahrtausend". Beobachtet werden Hirten, die auf Schweizer Höhen mit scheinbarem Gleichmut ihrer traditionellen Arbeit nachgehen. Lange Einstellungen schenken dem Zuschauer Muße, das Miteinander von Mensch und Tier zu erleben. Ein Genuss.

Die Geburt eines Schafes, das Balzen eines Geißbocks, das stille Grasen werden dabei zu Metaphern auf den leisen Widerstand gegen die laute Verödung unserer Welt durch ein Mehr und Mehr an genormten Abläufen und Verhaltensmustern. Lange Passagen sind von geradezu meditativer Kraft.

Wenn die Hirtenreise nach zwei Stunden zu Ende ist, möchte man das Kino gar nicht verlassen. Denn zu schön ist dieses Abtauchen in die Weite eines Daseins fern alltäglicher Hast. Hier wird der Kinobesuch gleichsam zu einer Urlaubsreise - bei der das Denken allerdings nicht ausgeschaltet wird.

Wenn da in kargen Worten von Freiheit die Rede ist, von Träumen, von Angst vor einer Zukunft, in der das Jahrhunderte alte Handwerk des Hirtens möglicherweise nicht mehr gebraucht wird, setzt ein Nachsinnen über den Gang der Zeit ein. Sollten wir nicht vielleicht die Uhren manchmal bewusst ein kleines Bisschen zurück stellen?

"Hirtenreise - ins dritte Jahrtausend" wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. als bester Schweizer Dokumentarfilm dieses Jahres und mit der Goldenen Taube des Internationalen Filmfestivals Leipzig. Trotzdem hat der Film in Deutschland keinen Verleih gefunden.

Aber auch n diesem Fall gilt: Beharrlichkeit. Erich Langjahr bringt den Film nun im Selbstverleih heraus. Wie seine Protagonisten lässt er sich von der Ignoranz der Zeitlaufmächtigen nicht verunsichern.

Peter Claus, 27. Nov. 2003, Berliner Morgenpost (BerlinLive)

Nomaden. Es gibt sie kaum noch, die Wanderhirten, die im Winter im Mittelland von Weide zu Weide ziehen und sommers ihre riesigen Schafherden weit hinauf in die Berge führen. Der bekannte Schweizer Dokumentarfilmregisseur hat zwei von ihnen über sieben Jahre begleitet.
“Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" ist das faszinierende Ergebnis. Nähe zu den Tieren, ein entbehrungsreiches Leben, grandiose Landschaften ­ ein grosser, meditativer Abgesang auf eine im verschwinden begriffene Kultur mit unvergesslichen, meisterhaften Bildern.

»In München«, Programm Magazin, Nr. 6, 4.-17. März 2004

Thomas steht am Rande eines nebelverhangenen Feldes und lässt den Blick schweifen. Ab und zu schnalzt, gurrt oder pfeift er. Ruft seinem Hund einen Befehl zu. Dirigiert die Schafherde, die zu seinen Füssen weidet: Thomas ist – wie Michel, der andere Protagonist aus Hirtenreise ins dritte Jahrtausend – Wanderhirt. Begleitet von Hund und Esel zieht er vom November bis im März mit einer riesigen Schafherde durchs Luzerner Mittelland. Steht mit der Sonne auf, wandert tagsüber mit der Herde über die Felder, schläft, selbst wenn es regnet und schneit, in einem einfachen Unterschlupf neben seinen Tieren. Thomas strahlt Ruhe aus. Hat eine Gelassenheit, die so gar nicht zur Hektik der heutigen Zeit passen will: Wie, hat sich der Schweizer Dokumentarfilmer Erich Langjahr gefragt, sieht das Hirtentum am Übergang ins dritte Jahrtausend aus? 

Er stellt mit Hirtenreise ins dritte Jahrtausend nach "Sennen-Ballade" und "Bauernkrieg" den letzten und überzeugendsten Teil seiner Trilogie vor, die sich mit den elementaren Fragen des Menschen und seiner Existenz auseinandersetzt. Sechs Jahre hat er zwei in der Schweiz lebende Wanderhirten und ihre Angehörigen mit der Kamera begleitet. Ist mit Michel gegen den Gotthard, mit Thomas ins Bündnerland und ins Tessin gezogen. Hat ihnen bei der Tierpflege und der Verrichtung alltäglicher Arbeiten zugeschaut. Wunderbar wortkarg, phasenweise mit urchig-jazziger Musik von Hans Kennel unterlegt, entwirft Hirtenreise ins dritte Jahrtausend in meditativer Geruhsamkeit ein betörend ungewohntes Bild der heutigen Schweiz und einiger ihrer Bewohner. 

Irene Genhart, Arthouse Movie News, 9/10/2002

"Hirtenreise" ist geprägt von einer grossen Nähe von Menschen und Tieren. Ein visuell eindrucksvoller und auch unterhaltsamer Film. 

Vinzenz Hediger,  29. Okt. 2002, Neue Zürcher Zeitung

Es ist ein Kinofilm entstanden, der die Realität darstellt, so hart wie sie ist. Real sind auch die Personen im Film. Der Zuschauer verbündet sich mit ihnen, sie sind keine Darsteller mehr, sie sind Bekannte geworden, wenn am Ende ihre Namen über die Leinwand flimmern.

Kaspar Grünig, Die Grüne 20/2002

Was "irgendwie wie Freiheit" ist, erscheint als entbehrungsreiches, hartes Leben, in dem sich aber gleichzeitig Haltung und Verantwortung spiegeln, eine mit der Natur auf ursprüngliche Weise verbundene und harmonisierende Weltanschauung. 

Der Bund, 12. Jan. 2002, Fred Zaugg

Stets ging es Langjahr darum, elementare Dimensionen freizulegen und zu zeigen, wie sehr wir gerade auch da noch von unserer Herkunft geprägt sind, wo wir uns von ihr entfernt haben. Seine Hirtenreise ist deshalb weder ein Abgesang noch ein Loblied auf die Hirtenromantik. Zwar ruft Langjahr auch die romantischen Bilder des Hirtentums ab, doch er zeigt auch die knochenharte Realität hinter dieser fast biblischen Bildwelt.

Sonntags-Zeitung, 21. April 2002, Thomas Allenbach

Erich Langjahr ist ein Dinosaurier in einer beschleunigten Welt, der die Zeit aufhält - und sei es für zwei Stunden mit einem Film wie Hirtenreise ins dritte Jahrtausend. Entstanden ist ein schönes, aber ungeschöntes, nie heimattümlich verklärendes Dokument über das moderne Hirtenleben. Bilder von meditativ-beruhigender Wirkung schaffen gleichsam Ruhe und Raum für Fragen an die Zeit. 

Neue Luzerner Zeitung, 20. April 2002, Birgit Schmid

Der Film besticht durch präzise Alltagsbeobachtungen und erzählt nicht zuletzt von der grossen Faszination, die das naturverbundene Leben dieser Hirten auf den Filmemacher ausübt.

Basler Zeitung, 29. April 2002, Christoph Heim

Diese autobiographisch anmutende Erzählung trägt auch meditative Züge. Im anbrechenden Jahrtausend ziehen diese Figuren durch eine von zahlreichen Gesetzen regierte Welt. Aber ihre Träume haben sie sich nicht nehmen lassen, in ihnen sind die Mythen einer Versöhnung von Natur, Tier und Mensch noch wach.

Jean Perret (Katalog «Visions du réel», Nyon, 22.-28. April 2002)

Die Faszination von Langjahrs Film liegt in der Exotik dieses einstmals traditionellen Lebens, das nicht irgendwo im Himalaja stattfindet, sondern in der mehrheitlich urbanisierten Schweiz. Die Geburt eines Schafes oder einer Ziege, das Balzverhalten des Geissbocks, die körperliche Schwerstarbeit beim Käsen werden zum cineastischen Naturereignis der erwachsenen Stadtkinder im Kino. 
Erich Langjahr schaut genau hin: Er lässt sich Zeit, gibt der Natur ihren Raum...

Berner Zeitung, 27. April 2002 (Espace Mittelland), Madeleine Corbat

Langjahr lässt sich Zeit, gibt der Natur und den in ihr lebenden Menschen viel Raum, beobachtet sie mit geduldiger Zuneigung und fasziniert mit eindrücklichen Bildern.

medien tipp Herbst 2002, Hans Hodel (Filmbeauftragter Reformierte Medien)

Im bester Tradition des klassischen dokumentarischen Autorenfilms geht Langjahr auf Spurensuche von dem, was in der hochentwickelten Schweiz an überlieferten Werten der bäuerlichen Kultur übrigbleibt. Am Beispiel der dargestellten Wanderhirten zeichnet er mit der ihm eigenen Beharrlichkeit und Sorgfalt das Bild einer brüchig gewordenen Einheit zwischen Mensch und Kosmos.

Begründung Internationalen Jury für Dokumentarfilm, 45. Int. DOK Festival Leipzig, 20.10.2002

"Hirtenreise ins dritte Jahrtausend" zeugt von einer filmischen Vertiefungskunst, die vielleicht in der von Walter Benjamin beschriebenen "Aura" des fotografischen Bildes ihren Ursprung hat. Der Film gewann zu Recht die "Goldenen Taube", weil er Grundlegendes über das Verhältnis von Mensch, Natur und Gesellschaft erzählt und dank Bildwitz und Rhythmus zur Musik des "Contemporary Alphornorchesters" über die gesamten 124 Filmminuten unterhält. 

Filmdienst, Cornelia Fleer (Bericht 45. Int. DOK Leipzig 15.-20.10.2002)

Versöhnt schied vom Festival in Nyon (Vision du réel), wer Erich Langjahrs grossen Film Hirtenreise ins dritte Jahrtausend gesehen hatte... Der Darstellung der Schrecken industrieller Tierhaltung in Langjahrs Bauernkrieg (1998) folgt nun ein scheinbar idyllisches Opus. Doch die ethnographisch genauen Bilder lassen keine landselige Schwärmerei aufkommen. Stunden, Tage, Jahre vergehen, ohne Leerlauf und nie sorgenfrei.

Frankfurter Allgemeine, Hans-Jörg Rother, 7. Mai 2002

Erich Langjahr stellt sich nicht gegen den Fortschritt, aber er plädiert für einen Fortschritt ohne Seelenverlust. Darum berühren seine Filme auf unaufdringliche, subversive Art und Weise und greifen an das Gemüt.

RONTALER BRATTIG, 5. Ausgabe/Jahrgang 2003, Andreas Iten

Poetische wie genaue Beobachtung des Lebens der Hirten im Wechsel der Jahreszeiten und im Wandel der Zeiten. 

Norbert Wehrstedt, Leipziger Volkszeitung (Bericht 45.Int. DOK Leipzig 15.-20.10.2002)

Der Film lässt Zeit- und Raumbezüge aufregend neu erfahren.

Silvia Hallensleben, Der Tagesspiegel, 22. Okt. 2002

In stimmungsvollen Bildern, mit genauem Hinsehen, verfolgt Langjahr den Dialog zwischen Mensch, Tier und Landschaft und findet heraus, was in der hochentwickelten Schweiz an überlieferten Werten der bäuerlichen Kultur übrigbleibt. 

Die Welt am Sonntag, 27. Okt. 2002, Günter Agde