USA-Time

Schweiz 1975. 16mm, Farbe, 8 min.

USA-Time 

8-Minuten Film über eine US-Werbekampagne (Rheinbrücke-Konzern) in der Schweiz.
Zur Diskussion von: Film und Realität – geistige Landesverteidigung – Kolonialismus / Imperialismus – Konsumgesellschaft – Folklore – Identität – Kommunikation – Objektivität – moderne Mythen – sowie alle weiteren Modefragen

RegieErich Langjahr
DrehbuchErich Langjahr
KameraErich Langjahr
SchnittErich Langjahr
MusikTrio Grande: Mario Feurer, Rico Anselmi, Hanspi Michel
Dauer8 min.
Format16mm
FestivalsSolothurn , Paris (espace 78)
ProduktionLangjahr-Film GmbH, Luegstrasse 13, CH-6037 Root
Tel. +41-41-450 22 52 – Fax +41-41-450 22 51
E-mail: info@langjahr-film.chMitteilung sendenwww.langjahr-film.ch
WeltrechteLangjahr-Film GmbH
Verleih Schweiz
und international
Langjahr-Film GmbH, Luegstrasse 13, CH-6037 Root
Tel. +41-41-450 22 52 – Fax +41-41-450 22 51
E-mail: info@langjahr-film.chMitteilung sendenwww.langjahr-film.ch

Pressestimmen

Erich Langjahr, 31jährig, braucht seine Kamera weder für Agitations- und Thesenfilme, noch für hochgestochene formale Experimente. Er benutzt sein Objektiv, um zu beobachten, ein Stuck Wirklichkeit einzufangen und es unter die Lupe zu nehmen, ohne gleichzeitig dem Zuschauer in einem Kommentar mitzuteilen, was er davon zu halten hat. Die Zuschauer sollen ihre Schlüsse aus dem vorgelegten Material selber ziehen. Langjahrs Filme sind eine «Augenschulung», sie vertrauen auf die Sensibilität und die Empfindungsfähigkeit der Zuschauer. In dieser Hinsicht geglückt war Langjahr 1973 «Justice», weniger zu überzeugen vermochte der ein Jahr später entstandene «Canaria-Report».
«USA-Time» ist ein weiteres gelungenes Beispiel für die Fähigkeit Langjahrs, ein klar beschränktes Thema mit bescheidenen Mitteln zu einem diskussionswerten Resultat zu verarbeiten. Als eine Warenhauskette in der Schweiz USA-Wochen veranstaltete, stellte Langjahr seine Kamera vor die Schaufenster einer Filiale in Zug und filmte einfach einige Tage lang die Auslagen. Durch die Montage macht er sichtbar, dass hier eine Reihe Mythen und Attribute des «American way of life» gegenwärtig sind, die auch schweizerische Lebensbereiche beeinflussen und prägen: Miniaturbüsten von Lincoln bis Nixon, Freiheitsstatue, T-Shirts, Cowboyhüte, Jeans, Mickey Mouse usw. Untermalt ist diese «Schaufensterparade» mit einer Mischung aus amerikanischer und Appenzeller Folkloremusik. Schliesslich werden die Schaufensterpuppen entkleidet und sehen in ihrer Nacktheit aus wie irgendwelche « Menschen» ohne besondere Merkmale. Wird man sie nächstens mit Produkten aus China, Schweden oder Senegal behängen? Fast achtlos pendelten Fussgänger und Verkehr an den USA-Fenstern vorbei, deren Inhalte offenbar im schweizerischen Alltag völlig integriert sind. Wenn jedoch zum Schluss ein Bauer mit Stier und Schweizerfahne ins Bild gerät, wirkt diese «schweizerische» Präsenz verblüffend deplaziert und irritierend. Verstärkt wird diese Wirkung noch dadurch, dass sich das Tier daran macht, die rote Fahne zu verschlingen. Nicht zuletzt mit diesem Schlussgag wird ein ganzer Fragenkomplex um die Amerikanisierung unserer Wirtschaft, Sprache und Kultur, urn Kolonialismus, Identität usw. angerissen. Unaufdringlich auf diese «Überfremdung» hinzuweisen, zu sensibilisieren und zur Diskussion anzuregen, ist Langjahr auf einfache, aber fruchtbare Weise gelungen.

Zoom, Franz Ulrich