Geburt

Schweiz 2009. 35mm, 1:1.66, Dolby digital, Farbe, 76 min.

Geburt Geburt Geburt affiche

In diesem Film erlebt der Zuschauer die Geburt des Menschen als elementares, körperliches und sinnliches Erlebnis.

Im Mittelpunkt steht das Geheimnis des werdenden Lebens. Daran ist der Zuschauer unmittelbar beteiligt. Der Film hält anschaulich fest, wie Frauen das Unplanbare und Unausweichliche wagen, wie sie den Ängsten und Unsicherheiten ein Vertrauen entgegensetzen, im eigenen Rhythmus von Loslassen, Abwarten und Innehalten.

So erzählt der Film eine Geschichte, in der die wichtigen Momente einer Schwangerschaft erlebbar werden: Die Begegnung zwischen der werdenden Mutter und ihrer Hebamme, die Zuwendung und das Miteinander zwischen Mann und Frau und letztlich einer der intensivsten Momente im Leben eines Menschen, der mit Glück, Schmerz und Schrecken zugleich verbunden ist.

Die Geburt ist und bleibt ein einmaliges und unfassbares Ereignis im Leben des Menschen.

RegieSilvia Haselbeck, Erich Langjahr
DrehbuchSilvia Haselbeck, Erich Langjahr
MitwirkendeDie Familien:
Franziska Buchmann und Hanspeter Gamma mit Olivia, Mirjam und Elias
Carmen und Giuseppe Cerminara-Lüpold mit Shayenne und Savannah

Die Hebammen:
Esther Fischer-Brun
Patricia Mirer (Geburtshaus "Terra Alta" Oberkirch)

Die Geburtsvorbereiterin:
Cécile Malevez-Bründler
KameraSilvia Haselbeck, Erich Langjahr
TonSilvia Haselbeck
SchnittSilvia Haselbeck, Erich Langjahr
MusikCarmela Konrad, Gesang, "Melodien für uns"
Beat Föllmi, Perkussion, "Heartbeat"
Lea Dudzik, Gesang, "Aus den Reihen"
Manuel Troller, Gitarre
Martina Berther, Elektrobass
MitarbeitTonschnitt, Mischung: Guido Keller
Grafik/Plakat: Art Ringger + Marion Lastin
Dauer76 min.
Format35mm, 1:1.66, Dolby digital
VerleihversionenSchweizerdeutsch / deutsch untertitelt / english subtitles / sous-titres français
Verkauf DVD/VideoDVD   [Bestellen]
UraufführungNyon 2009
FestivalsNyon, Visions du réel 2009 (Competition internationale)
Locarno, Festival del Film 2009
Int. Leipziger Festival 2009
Int. Hofer Filmtage 2009
Solothurner Filmtage 2010
Würzburg, 36. Int. Filmfestival 2009
Augsburg, Tage des unabhängigen Films, 15.- 24. Oktober 10
St. Gerold, Walser Herbst 2014
Auszeichnungen/PreiseDokumentarfilmpreis 36. Int. Filmfestival Würzburg
TV-AusstrahlungenSRF, 15. Mai 2013
ProduktionLangjahr-Film GmbH, Luegstrasse 13, CH-6037 Root
Tel. +41-41-450 22 52 – Fax +41-41-450 22 51
E-mail: info@langjahr-film.chMitteilung sendenwww.langjahr-film.ch
WeltrechteLangjahr-Film GmbH
Verleih Schweiz
und international
Langjahr-Film GmbH, Luegstrasse 13, CH-6037 Root
Tel. +41-41-450 22 52 – Fax +41-41-450 22 51
E-mail: info@langjahr-film.chMitteilung sendenwww.langjahr-film.ch

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Pressestimmen

Zitate

Wie wenig es manchmal für einen gelungenen Dokumentarfilm bedarf, der sein Publikum berührt, das führen die beiden Filmemacher in ihrem Film Geburt vor. Die Geburt eines Menschen, das zeigt der Film eindrücklich, ist wahrscheinlich das Normalste auf der Welt und zugleich ein Moment voller Magie, Vertrautheit, Nähe, wie man ihn im Leben nur selten erlebt.

Joachim Kurz, Kino-Zeit.de

"Geburt" ist eine Herausforderung, sich existenziellen Fragen zu stellen. Nicht als Predigt oder Plädoyer, sondern durch eindringliches Erzählen in Bildern.

Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung

"Geburt" konfrontiert uns lediglich mit dem was Gebären eigentlich ist: etwas vom Natürlichsten überhaupt, ohne das es die Menschheit nicht gäbe und das auch heute auf schlichte und zugleich ergreifendste Weise passieren kann.

Katrin Hafner, Tages-Anzeiger

Man sitzt mit angehaltenem Atem im Saal vor dem Geschehen und ist tief bewegt und gerührt.

Fritz Vollenweider, seniorenweb.ch

Es ist der weibliche Körper, der im Mittelpunkt des Filmes steht, und die Kraft, die in diesem Körper steckt.

Silvia Süess, WOZ

Die Geburt als elementares Erlebnis, in dem das Warten und das Ankommen, in dem Schmerz und Glück ganz nahe sind, weckt tiefe Gefühle und Gedanken.

Fred Zaugg, Der Bund

Eine sehr intime, nie voyeuristische Hommage an das prägende Weltwunder des Lebens.

Christian Jungen (MZ Mittelland Zeitung, 29.4.09)

Die Emotion entströmt der gefilmten Wirklichkeit dank einer Kamera, die den Mut zur Ruhe hat.

Philippe Dériaz, Ciné-Feuilles, Mai 2009

So wird "Geburt" zu einer eigentlichen Hymne an das Leben.

Der Bund, Geri Krebs, 27.4.09

Der Zuschauer erlebt die einfühlsam und respektvoll dargestellte Geburt des Menschen...

Hans Hodel (Interfilm)

Berührend die Geburt selbst, man weint, wie damals, als man es selber mitbekommen hat.

Matthias Bürcher, artfilm.ch 26.4.09

Der Zuschauer atmet und presst bis zum Schluss ganz fest mit.

Stefan Busz, Der Landbote 30.4.09

Hier ist eine reife, filmische Konzeption am Werk, die sich Zeit lässt für eine Vision, die nichts erschüttern kann.

Jean Perret, Festival Visions du réel Nyon 2009

Der Film kontert die Hektik der heutigen Zeit mit der Kunst des verweilenden Hinschauens.

arthouse movie news, Irene Genhart

 

Pressestimmen

Das Wunder des Lebens – schlicht und ergreifend

Wie wenig es manchmal für einen gelungenen Dokumentarfilm bedarf, der sein Publikum berührt, das führen die beiden Schweizer Filmemacher Silvia Haselbeck und Erich Langjahr in ihrem Film Geburt vor, dessen schlichter Titel keinerlei Fragen offen lässt, welches Ereignis hier im Mittelpunkt steht. Wobei der Titel, wenn man es genau nimmt, das Thema ausschließlich vom Endpunkt her beschreibt, der Film aber setzt viel früher ein und begleitet zwei Frauen und deren Familien durch ihre Schwangerschaft hindurch bis hin zur schlussendlichen Geburt. Wir sehen die Frauen und ihre Partner bei Besuchen bei der Hebamme, bei der Schwangerschaftsgymanstik, beim Nordic Walking und bei anderen Tätigkeiten, die auf die Geburt vorbereiten sollen. Und am Ende werden wir Zeuge, wie ein neuer Mensch auf die Welt kommt, sind beinahe in Echtzeit bei den letzten Minuten einer langen Zeit dabei, an deren Ende ein neues Leben steht.

So einfach der Titel des Films klingt und so einfach das erzählerische Konzept auch klingen mag – nur wer sich mit Dokumentarfilmen auskennt, und vielleicht schon selbst welche gemacht hat, kann ermessen, dass hinter diesem scheinbar ganz schlichten Film viel mehr steckt, als wir auf den ersten Blick sehen. Die Intimität, die Geburt ausstrahlt, ist das Ergebnis einer gewaltigen Offenheit der werdenden Mütter einerseits und einer seismographischen Sensibilität der beiden Regisseure andererseits. Denn wie sonst wäre es zu erklären, dass die Kamera bei einem der intimsten Momente im Leben eines Menschen so selbstverständlich dabei sein kann, dass sie jedes Pathos und jede Indiskretion vermeidet, dass sie ganz selbstverständlich etwas beobachtet und registriert, dass uns normalerweise nur dann nicht verborgen bleibt, wenn wir selbst unmittelbar Beteiligte sind?

Wer das Glück hatte, die Zeit der Schwangerschaft und den Akt der Geburt selbst mitzuverfolgen und zu erleben, sei es als werdende Mutter oder als unterstützender Vater in spe, dem werden diese Bilder und die treffend transportierte Besonderheit dieser Stunden sehr vertraut vorkommen. Und dies ist der Moment, an dem man sich als Zuschauer löst von den konkreten Geschichten, von den realen Personen, die Silvia Haselbeck und ihr Lebensgefährte Erich Langjahr über lange Zeit begleitet haben – sie werden im Moment des tiefsten Schmerzes und des höchsten Glücks zu Prototypen des Wunders der Geburt, ohne dass dieser Moment auf unangenehme Weise oder durch Penetranz getrübt wird. Die Balance, die die beiden Filmemacher finden und das Vertrauen, das ihnen von den Porträtierten entgegen gebracht wird, kann man angesichts der Intimität jener Momente kaum hoch genug einschätzen. So ist Geburt nicht nur ein sehenswerter Film über die Schwangerschaft und deren Endpunkt, sondern auch das Dokument einer innigen Verbundenheit und eines tiefen Vertrauens zwischen zwei Dokumentarfilmern (die übrigens ebenfalls Kinder miteinander haben) und den von ihnen porträtierten Menschen. Die Geburt eines Menschen, das zeigt der Film eindrücklich, ist wahrscheinlich das Normalste auf der Welt. Und zugleich ein Moment voller Magie, Vertrautheit, Nähe, wie man ihn im Leben nur selten erlebt.

Joachim Kurz, www.kino-zeit.de


So selbstverständlich, als wäre keine Kamera im Raum, sieht sich der Zuschauer als Beobachter mitten im Geschehen. Silvia Haselbeck und Erich Langjahr lassen in keinem Moment das Gefühl unangebrachten, voyeuristischen Beobachtens aufkommen. Die Begegnungen zwischen der werdenden Mutter und ihrer Hebamme, Zuwendungen und Hilfeleistungen zwischen Mann und Frau, die Geburt schliesslich in ruhiger häuslicher Atmosphäre: Das zeigt der Dokfilm «Geburt» aus einem Blick, der Staunen und Fragen nicht verlernt hat. Es ist ein Sinnenerlebnis und eine Ode an das Leben.

Der Film erzählt in ruhigen Einstellungen, mit ungebrochener Präsenz und ohne Kommentar. Er schafft Nähe, und diese Nähe liessen ganz offensichtlich alle Beteiligten zu. «Sie waren, als wir ihnen das Ergebnis zeigten, betroffen und konnten sich damit identifizieren», sagt Silvia Haselbeck.
Haselbeck und Langjahr begleiteten die werdenden Mütter über Monate hin und standen am Ende auf Pikett, um bei der Geburt dabei zu sein. Dass alles so reibungslos ablief, war nicht planbar.

Wie Erich Langjahrs Filme aus dem ländlich-bäurischen Raum, seine Beobachtungen von Sennen, Hirten und Wildheuern ist auch «Geburt» eine Herausforderung, sich existentiellen Fragen zu stellen. Nicht als Predigt oder Plädoyer, sondern durch ein eindringliches Erzählen in Bildern.

Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung


Was für ein Kraftakt so eine Geburt ist: für das Kind, das sich seinen Weg in die Welt erkämpfen muss, für die werdende Mutter, die unter Schmerzen das Kind aus ihrem Körper pressen muss, für den werdenden Vater, der nur bedingt helfen kann, und für die Hebammen, die den Frauen beistehen.

"Geburt" heisst der Dokumentarfilm von Silvia Haselbeck und Erich Langjahr. Der Schweizer Dokumentarfilmer und seine Frau, die beim neusten Film für die Regie mitverantwortlich ist, haben zwei Paare während der Vorbereitungen für das grosse Ereignis bis hin zur Geburt begleitet. Geduldig, ruhig, aber nie voyeuristisch begleitet die Kamera die werdenden Eltern, zeigt die Füsse der Frau, die massiert werden, den Bauch, der von der Hebamme abgetastet wird, den Rücken, der vom Mann gestreichelt wird. Es ist der weibliche Körper, der im Mittelpunkt des Filmes steht, und die Kraft, die in diesem Körper steckt.

Obwohl eine Geburt wohl einer der intimsten Momente ist, schaffen es Silvia Haselbeck und Erich Langjahr sie so zu filmen, dass man sich nie als Eindringling fühlt. Und wenn das kleine Köpfchen zwischen den Beinen der Frau herausschaut, langsam hinausgeschoben wird, bis das schreiende, nasse Bündel auf der Welt ist, ist das ein wunderschöner und berührender Anblick.

WOZ Silvia Süess


Geboren werden, ist ein durch und durch leibhaftiger Prozess. Bereits die Vorbereitung ist ein sorgfältiges Erspüren und Betrachten der Vorgänge im Leib der Mutter. Die Kamera bleibt dabei nah am Körper, auf den Händen und dem gewölbten Leib. In zwei Geburten geht die Kamera aber auch ganz nah an die Vagina der Mutter heran: das hervorstossende Köpfchen ist bereits zu sehen. Die letzten Wehen treiben das Kind aus dem Leib. Das Neugeborene gleitet heraus, ganz verschmiert und verklebt. Was für eine Anstrengung und welche Erleichterung eine Geburt sein kann, lässt sich so hautnah miterleben.

Die gelernte Krankenschwester und Filmemacherin Silvia Haselbeck und ihr Partner Erich Langjahr haben zwei Paare begleitet. In Form einer Langzeitstudie gehen sie mit ihnen den Weg des "Auf-die-Welt-Kommens". Die teilnehmende Beobachtung ist dabei höchstes Prinzip: Nur mit Bildern und kurzen Schrifteinblendungen gelingt es, eine zeitgemässe Darstellung der Geburt auf die Leinwand zu bringen. Die intimen Momente wirken in keinem Moment peinlich, weil das Vertrauen der gebärenden Mütter zum Filmteam stets spürbar ist. Natürlich bewegt sich der Blick hautnah an den Ereignissen, lässt nicht ab von den wunderbar vielfältigen Hautmembranen, die sich hier zeigen. So ist der Film selbst eine Geburt, die das Risiko des Scheiterns eingeht und doch auf das Wunder des Lebendig-Werdens hofft.

Charles Martig, www.medientipp.ch


«Geburt» ist ein ruhiger Film. Ein unaufgeregtes Dokument, das viel auslöst. Emotionen vor allem, aber auch Fragen; etwa, warum sich eine Schwangere für ein ihr unbekanntes Publikum filmen lässt, ob man die Wehen einer Fremden so nah mitverfolgen will – und was man denn eigentlich sucht im Kino. Nie fühlt man sich jedoch als Voyeur. «Geburt» konfrontiert uns mit dem, was Gebären eigentlich ist: etwas vom Natürlichsten überhaupt, ohne das es uns alle nicht gäbe und das auch heute auf schlichte und zugleich

Katrin Hafner, Tages-Anzeiger


Hier dürfen alte Begriffe wieder gebraucht werden: Es geht um nichts weniger als das Wunder der Geburt. Die Innerschweizer Silvia Haselbeck und Erich Langjahr (“Das Erbe der Bergler“ 2006) wissen, dass Wunder eines behutsamen Umgangs bedürfen, wenn sie nicht verfliegen sollen. Und so führen sie ganz leise an die Geburt, kommen ihr nie zu nahe, stehen mit stillem Staunen dabei. Und wir dürfen teilhaben am Werden des Lebens und am Weg in die Welt, am Erblicken ihres Lichts, wie früher gesagt wurde, und an der ersten Bewegung, dem ersten Laut. Getragen wird der Film “Geburt“ vom Vertrauen, das die Mütter, aber auch die Väter und die Hebammen den Filmschaffenden entgegen brachten. Ehrfurcht vor dem Leben wird uns in einer Zeit der Effekthascherei und des verantwortungslosen Umgangs mit Menschen und ihren Bildern vermittelt. Die Geburt als elementares Erlebnis aller, in dem das Warten und das Ankommen, in dem Schmerz und Glück ganz nahe sind, weckt tiefe Gefühle und Gedanken. Ein wichtiger Film, ein grosses Werk eines kleinen Teams.

Fred Zaugg, Der Bund (Siehe den ausführlichen Artikel weiter unten)


Sendung Schweizer Fernsehen, Kulturplatz

kulturplatz vom 28.10.2009

Bericht von Lisa Röösli, Kulturplatz 28.10.2009



Sendung Schweizer Fernsehen, 10 vor 10

Bericht von Michael Gerber


„Der Film heisst 'Geburt', also war klar, dass wir sie auch zeigen würden", erklärte Silvia Haselbeck an der Premiere (Festival “Vision du Réel“) die selbstverständliche Offenheit ihres Films, der "alles" zeigt und dabei in jedem Moment von Respekt und Empathie gekennzeichnet ist. So wird "Geburt" zu einer eigentlichen Hymne an das Leben.

Geri Krebs, Der Bund 27.4.09

»Geburt« ist ein ruhevolles Gedicht, das jedoch nie Langeweile ausstrahlt. Das Kino Langjahr/Haselbeck ist ein Kino der Geduld. Wenn sie zwei Schwangerschaften und Geburten beschreiben, konzentrieren sich die Filmemacher aufs Wesentliche, ohne je das Filmische zu vernachlässigen, das heisst, die angemessene Distanz des Blicks und die Logik der Szenenauswahl und des Schnittes. Die Emotion entströmt der gefilmten Wirklichkeit dank einer Kamera, die den Mut zur Ruhe hat. Man erlebt auf der grossen Leinwand eine wirkliche Sicht auf das Reale, “une vraie vision du réel“.

Philippe Dériaz, Ciné-Feuilles, Mai 2009

Die Geburt ist eine Zweiergeschichte, der Vater ist immer präsent, natürlich assistierend. Berührend die Geburt selbst, man weint, wie damals, als man es selber mitbekommen hat. Und dann ist jemand da, der schreit, die Augen etwas öffnet, nach den Dingen greift; die Zweiergeschichte wird zur Dreiergeschichte. Der Film zeigt, wie schön eigentlich die Geburt sein kann, wenn man sie aus dem hochmedizinischen Kontext herausnimmt und es als natürliche Angelegenheit betrachtet.

Matthias Bürcher, artfilm.ch 26.4.09

... Zu hören sind schon die Herztöne der Kinder beim Ultraschalluntersuch, und nach und nach nimmt der Film selber diesen Rhythmus auf. Die Bilder folgen bald einem inneren Muster. Das Draussen wird völlig ausgeblendet, es scheint kein anderes Leben mehr zu geben als die Konzentration auf den eigenen Bauch. Am Wunder, das daraus erwächst, nimmt der Zuschauer dann selber direkt Anteil: Er atmet und presst bis zum Schluss ganz fest mit. Eine Grenze ist in diesem Film aufgehoben, “Geburt“ will die Verkörperung des neuen Lebens selber ...

Stefan Busz, Der Landbote 30.4.09

Im Wettbewerb „Vision du Réel“, der zwanzig Filme umfasste, ragten einige Schweizer Produktionen im thematischen Spannungsfeld von Leben und Tod heraus. Die Innerschweizer Filmemacher Silvia Haselbeck und Erich Langjahr stellen mit ihrem Film "Geburt" das Geheimnis des werdenden Lebens in den Mittelpunkt. Der Zuschauer erlebt die einfühlsam und respektvoll dargestellte Geburt des Menschen als elementares, körperliches und sinnliches Erlebnis.

Hans Hodel (Interfilm)

Schlicht im besten Sinne lässt uns der Film an den Vorbereitungen und an zwei Geburten teilhaben und betont die Natürlichkeit der Geburt, indem auf einen Kommentar aus medizinischer, religiöser oder mystischer Sicht verzichtet wird.

Robi Richter, Filmecho/Filmwoche 8.5.09


Der Weg ins Licht der Welt

Mit dem Film «Geburt» schenken uns Silvia Haselbeck und Erich Langjahr einen bewegenden Film über das Ereignis, welches am Anfang des Lebens steht.

Fred Zaugg

Geburt: ein Datum. Geburtsort: Wohn­adresse, Frauenspital, Klinik, Geburts­haus. Routineangaben zu unserer Iden­tität. Etwas, woran man einen Men­schen fest macht, lebenslänglich, bis zum anderen sicheren Eintrag: Todes­stunde und Sterbeort, Wohnadresse, Spital, Sterbehaus. Damit verabschie­den wir uns aus Welt und Akten. Doch die beiden Marchen des Daseins müss­ten uns wahrscheinlich bewusst sein als Beginn und Ende und auch als Rück- und Ausblick. Absolut haben die Philo­sophen die Fragen «woher komme ich?» und «wohin gehe ich?» genannt. Doch wer philosophiert heute schon gern? Wozu das Leben komplizieren? Es geht doch auch ohne Geburt und Tod als ständige Ermahnung. Lasst uns daraus Tabus machen!

Der grosse Moment
«Geburt»: ein Filmtitel, der daran erin­nert, dass es sie gibt, und ein Film, der ganz behutsam an den grossen Moment führt, den unsere Mütter und Gross­mütter noch als Wunder bezeichnet ha­ben, voller Ehrfurcht, um noch gerade ein Wort mehr anzufügen, das aus der Mode gekommen ist. Gehen wir noch etwas weiter: Um das Geheimnis des werdenden Lebens und um das Erbli­cken des Lichts der Welt, das leider nicht immer so licht ist, geht es, um Er­wartung und Erfüllung, Kreissen und Küssen auch.

Damit haben wir offenbar von den Denkern zu den Dichterinnen und Dich­tern gewechselt, die sich in vielen For­men mit der Geburt auseinander gesetzt haben, aber wir sind noch nicht bei Sil­via Haselbeck und Erich Langjahr angekommen: Sie brauchen zwar eine Ka­mera, wissen sie meisterlich einzuset­zen, doch bleiben sie stets auf dem Boden und holen auch ihr Thema in seine Natürlichkeit und Selbstverständ­lichkeit zurück, ohne das Geheimnis an­zutasten und ohne zu idealisieren.

Verantwortung der Autoren
Geburt: ein «elementares, körperliches und sinnliches Erlebnis» aller. Das ist es, worum es den beiden Innerschwei­zer Filmschaffenden geht. An diesem Erlebnis beteiligen sie uns. Man könnte möglicherweise von einem Dokumen­tarfilm sprechen, aber diese Bezeich­nung greift zu kurz, ja tut dem feinen Gebilde sogar unrecht. «Geburt» ist das genaue Gegenteil einer Reportage aus dem Gebärsaal, einer medizinischen präzisen Aufklärung am Bildschirm oder eines effektvollen modischen Kurzschnitts mit unanständig neugierig über dem Kindbett pendelnder Kamera. Die hohe Verantwortung der Autoren verbietet ihnen jede Effekthascherei. Einer an der Realität orientierten Bild­poesie jedoch gibt sie aber immer wie­der Raum. Ihr Rhythmus ist der Puls­schlag des werdenden Kindes, einer der Augenblicke, in denen Schwangerschaft auch Männern bewusst werden kann, als Erfahrung des Werdens und als Wachsen des Muts und der Kraft, das Wunder zu wagen, so unwägbar es auch sein mag.

Geburt: das sind hier von Anfang an auch begleitende Berührungen und Worte. Welches Mitgehen und Mitfüh­len ist doch schon in den Händen, die Füsse massieren und Entspannung kommunizieren. An der Seite der Schwangeren werden die Hebammen zu Hauptpersonen, die auch den jewei­ligen Partner in das intensive Warten integrieren, in den Wechsel von Hoffen und Bangen, von Angst und Glück.

Erlöst durch einen Schrei
Und dann dürfen wir still dabei sein, jede Hektik weicht, wir warten, wir stöhnen und lachen mit, wir nehmen die neuen Erdenbürger auf, werden er­löst durch seinen Schrei. Es werden mit diesem Film für jene, die es zulassen, Grenzen aufgehoben und Tabus. Das grosse Staunen bleibt. Menschen, kleine Menschen erblicken das Licht der Welt und erinnern an den Anfang des Films mit Höhlen und Tunneln und Licht an deren Ende. Ist es nicht eigenartig, dass für Geburt und Tod die gleichen symbo­lischen Bilder gelten?

Einzigartige Teamarbeit
«Geburt»: eine einzigartige Teamarbeit von zwei Filmschaffenden , die selber Kinder haben, mit zwei Müttern und ihren Familien sowie zwei Hebammen und der Geburtsvorbereiterin. Vor der Filmarbeit war von allen Beteiligten ein tiefes gegenseitiges Vertrauen aufzu­bauen, das zu einem gemeinsamen Ziel führte, der Vision, die Geburt als etwas ganz Wichtiges in unsere Gesellschaft zurückzutragen und dort sichtbar und erlebbar zu machen, was noch allzu oft verdrängt wird.

Respekt, Verständnis und Anteil­nahme sind dabei das Eine, sehr per­sönliche Nähe und Ehrfurcht vor dem Leben das Andere. Doch dann braucht es jene berufliche Fähigkeit, bei der neben technisch filmischem Können die menschliche Beziehung und das Erfass­enkönnen entscheidend sind. Silvia Ha­selbeck und Erich Langjahr haben sie. Seit zwanzig Jahren arbeiten sie zusam­men und zeichnen gemeinsam für Buch, Regie, Kamera, Schnitt und Texte verantwortlich.«Geburt» ist ihr neustes Werk und vielleicht auch ihr wichtigstes, obwohl man auf keines der vorangehenden ver­zichten möchte, nicht auf «Das Erbe der Bergler» und nicht auf die «Hirtenreise ins dritte Jahrtausend», um nur gerade die zwei letzten zu nennen. Das Thema war schon immer das Leben, und stets führte das Vertrauen die Filmschaffen­den und öffnete auf eine einzigartige Weise dem Kinopublikum den Zugang zu den Menschen und zu ihren Nöten und Freuden.

«Geburt» sei der Film von Silvia sagt Erich Langjahr. Erstmals zeichnet sie auch als Regisseurin. Offen­bar war es der Wunsch der gelernten Krankenschwester, «Geburt» zu drehen. Beide haben sie zusammen mit den Müttern, Vätern, Geschwistern, Hebam­men und so weiter etwas Grosses ge­schaffen, das von der Sinnlichkeit des Naturereignisses bis zum Nachdenken über das Dasein führt, den Kreislauf des Lebens. «Geburt» ist hier manchmal auch Musik, fast unmerklich und doch wesentlich und unverzichtbar in diesem wertvollen Film und Kunstwerk.

(17. 10. 2009, Der kleine Bund)


Im Kino kommen Kinder normalerweise zwar unter ziemlich dramatischen Umständen, dafür aber sehr rasch zur Welt. Wer Geburten nur aus Hollywoodfilmen oder Fernsehserien kennt, stellt sich darunter ein hektisches Spektakel vor, in dem vor allem Mediziner und nicht die werdende Mutter und ihr Kind im Mittelpunkt stehen.

Im Dokumentarfilm Geburt von Silvia Haselbeck und Erich Langjahr lernen wir, dass es bei der Geburt eines Kindes um etwas ganz anderes geht. Wir nehmen an zwei Schwangerschaften teil, sehen Geburtsvorbereitungskurse und medizinische Untersuchungen, die aber nie auf abgehobene Weise klinisch daherkommen, sondern bei denen immer das Interesse für den Zustand des neuen Lebens im Mutterbauch im Zentrum steht.

Man staunt über den Mut und die Stärke der porträtierten Mütter, die einen so unverkrampft und selbstverständlich an ihrer Schwangerschaft teilhaben lassen, dass man sich als Zuschauer nie als Voyeur fühlen muss. Man staunt aber auch über Silvia Haselbeck und Erich Langjahr, denen es offenbar gelungen ist, ein solch vertrauensvolles Verhältnis zu den porträtierten Familien aufzubauen, dass die Familien sicher sein können, dass die Kamera die von ihnen gesteckten Grenzen nicht überschreiten wird. So begleiten wir die Familien bis zur eigentlichen Geburt. Und obwohl diese Aufnahmen nicht ganz ohne Effekthascherei auskommen, fühlt man sich als Zuschauer doch in diesen Momenten den Familien sehr nahe und hofft und bangt mit ihnen, dass auch ja alles gut gehen möge.

Positiv an Geburt ist der fast gänzliche Verzicht auf Kommentar. Weder erklärt eine Off-Stimme, wie man jetzt das Gesehene einzuordnen hat, noch kommentiert eine Mutter explizit ihren Zustand. Die Frauen versuchen ihre Schwangerschaft so zu gestalten, dass sie sich möglichst wohl fühlen und schon während der Schwangerschaft eine Beziehung zum noch ungeborenen Kind aufbauen können. Ebenfalls erfreulich ist es, mitzuerleben, wie eine verständnisvolle Hebamme sich in der Geburtsvorbereitung auch Zeit dafür nimmt, den Vater des Kindes an dieser Beziehung teilhaben zu lassen.

Wie schon die früheren Filme des eingespielten Teams Haselbeck/Langjahr bezieht Geburt seine Stärke aus der ruhigen Beobachtung, er behält eine Distanz bei, die es dem Zuschauer erlaubt, vom intimen Ereignis einer Geburt gedanklich eine Brücke zu schlagen zum Nachdenken über den elementaren Kreislauf des Lebens. In früheren Filmen haben die Filmemacher beobachtet, wie Bauern, Hirten und ihre Tiere im Einklang mit den Rhythmen der Natur leben. Eigentlich logisch, dass sie nun mit derselben Ruhe und Präzision vom Werden des Menschen erzählen.

Nathan Schocher, CINEMA 2010 (online)


Die Filme von Erich Langjahr, die seit zwanzig Jahren in enger Zusammenarbeit mit seiner Frau Silvia Haselbeck – der Mutter seiner beiden Kinder – entstanden sind, zielen darauf ab, Gesten und Handlungen in ihrer Ursprünglichkeit zu beschreiben. Man denke nur an Das Erbe der Bergler (2006), der von dieser Lust am Beobachten anhand der im Verschwinden begriffenen Bergbauern zeugt. Geburt, in Co-Regie mit Silvia Haselbeck entstanden, beginnt mit einer schwangeren Madonna (der Regisseurin selbst) und Ansichten von Grotten und Höhlen, Symbolen für den Bauch der Erde und mithin dem Mutterbauch selbst. Es folgt eine erstaunlich einfache Geschichte, die Augenblicke einer Schwangerschaft zeigt.

Nach ein paar Geburtsvorbereitungskursen – tief durchatmen! – sehen wir die Geburt in Echtzeit, ganz ohne unpassende, beschleunigende Schnitte. Der Film entwickelt seinen eigenen Rhythmus, der der realen Dauer des gezeigten Geschehens so nahe wie möglich kommt. Die beiden Filmemacher, die den Film selbst geschnitten haben, beherrschen die Kunst der Ellipse, ohne die Echtzeit zu beschleunigen.

Im zweiten Teil des Films wird der erste noch vertieft. Wir lernen die charismatische Hebamme Patricia kennen, die ihren Beruf mit Ruhe und Urvertrauen ausübt. Ihre Gesten und Worte, ihr Lächeln fordern dazu auf, sich an dieser Feier des Lebens zu beteiligen, die Erich Langjahr und Silvia Haselbeck mit dem richtigen Abstand und bemerkenswerter Zurückhaltung zu filmen verstehen. Nie verletzen sie während der einzelnen Etappen der Schwangerschaft die Intimsphäre, sondern nehmen innig Anteil am unvergesslichen Ritual werdenden Lebens. So wird die Ultraschalluntersuchung zu einem spektakulären Erlebnis, wie eine rasende Symphonie hört man den Herzschlag des Kindes. Wir werden Zeugen dieser einzigartigen Augenblicke und der so aufmerksamen Präsenz der Filmemacher. Hier ist eine reife filmische Konzeption am Werk, die sich Zeit lässt für eine Vision, die nichts erschüttern kann. Geburt verleiht dem Gebären die Dimension eines natürlichen Vorgangs, jenseits aller unangebrachten medizinischen Eingriffe. Hier ist einfach nur das Leben selbst am Werk.

Jean Perret, Festival Visions du réel Nyon 2009