Männer im Ring

Schweiz 1990. 35mm + 16mm, Farbe, 73 min.

Männer im Ring Männer im Ring Männer im Ring affiche

Die letzte Männer-Landsgemeinde von Hundwil (Appenzell AR). Eine Schweiz zwischen Herz und Verstand am Vorabend von Europa. Eine Parabel über Demokratie.

"Männer im Ring" ist der letzte Film einer Trilogie, mit "Morgarten findet statt" (1978) und "Ex Voto" (1986). Der Film ist mein persönliches Geschenk zum 700. Geburtsjahr der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
Hundwil: ein Schweizer Dorf. 12 Häuser um einen Platz. Die Menschen, die in diesen Häusern wohnen. In der Mitte die Männer-Landsgemeinde. Die "direkte Demokratie". Das Frauenstimmrecht, ein Jahrhundertereignis. Eine traditionelle Welt mit ihren Werten und Formen. Diese hergebrachte Ordnung ist mit der neuen Zeit konfrontiert. Die alten, geschlechtsspezifischen Zuordnungen sind nicht mehr absolut. Gleichzeitig die Welt einer verunsicherten, neuen Generation auf der Suche nach Identität, Glaube und Zukunft.

RegieErich Langjahr
DrehbuchErich Langjahr
KameraErich Langjahr, Otmar Schmid, André Simmen
TonSilvia Haselbeck, Ingrid Städeli, Ruedi Guyer
SchnittEdvige Ochsenbein
MusikMani Planzer
MitarbeitMischung: Pierre-André Luthy
Dauer73 min.
Format35mm + 16mm
Verleihversionen35mm, 76 Min, Farbe, Lichtton, 1:1.37 - 1:1.66, Schweizerdeutsch
Untertitelversionen: englisch, spanisch/portugiesisch; deutsch/italienisch
16mm, 76 Min., Farbe, Magnetton oder Lichtton, Schweizerdeutsch
Untertitelversionen: deutsch, französisch, engli
Verkauf DVD/VideoDVD, VHS   [Bestellen]
FestivalsSolothurn, Nyon, Locarno, Leipzig (D) Augsburg (D), Hannover (D), München (D), Duisburg (D), Würzburg (D), Göttingen (D), Berlin (D), Freistadt (AT), Paris (FR), Strasbourg (FR), Saint Flour (FR), San Sebastian (ES), Gent (BE), Karlovy Vary (CS), Washington (USA), San Francisco (USA), Calcutta (IN), Bombay (IN), Delhi (IN), Madras (IN), Pärnu (Estonia)
Pro Helvetia: Bremen (D), London (GB), Izmir (TR); Lateinamerika: Uruguay, Argentinien, Paraguay, Brasilien, Chile, Peru, Bolivien, Ekuador, Kolumbien, Venezuela, Panama, Mexiko, Kuba; Südafrika: Johannesburg, Stellenbosch, Pretoria, Potchefstroom, Potsdam (D), Kish International Documentary Film Festival (Iran)
Auszeichnungen/Preise"Mention spéciale" du Jury Internat. , Festival Int. Nyon 1990
"Mention spéciale" du Jury public, Festival Int. Nyon 1990
Ehrendiplom der Internat. Jury, Leipziger Dokfilmwoche 1990
"Le grand prix documentaire", Festival du Film de Strasbourg de l'Institut International des Droits de l'Homme, 1991
"Honorable Mention" Society for visual anthropology film and video festival, San Francisco 1992
"Honorable Mention" Int. Ethnographic Film Festival, Göttingen 1993
The award issue by "the Baltic Independent", Pärnu Int. Visual Anthropology Festival, Pärnu Estonia 1994
Qualitätsprämie Eidg. Departement des Innern
KinosSchweiz: Programmkino in 14 Städten/Orten und Vorstellungen an ca. 65 verschiedenen Orten
Deutschland: Schwäbisch Hall, Schorndorf, Villingen, Freiburg i.Br., Stuttgart, Berlin, Dortmund, Dresden.
TV-AusstrahlungenDRS, 3-SAT, Arte, Finnish Broadcasting CO, Estonian TV, Planete
ProduktionLangjahr-Film GmbH, Luegstrasse 13, CH-6037 Root
Tel. +41-41-450 22 52 – Fax +41-41-450 22 51
E-mail: info@langjahr-film.chMitteilung sendenwww.langjahr-film.ch
WeltrechteLangjahr-Film GmbH
Verleih Schweiz
und international
Langjahr-Film GmbH, Luegstrasse 13, CH-6037 Root
Tel. +41-41-450 22 52 – Fax +41-41-450 22 51
E-mail: info@langjahr-film.chMitteilung sendenwww.langjahr-film.ch
ISAN0000-0000-D7DE-0000-1-0000-0000-Y
Suisa-Nr.0034.098

Pressestimmen

Zitate

Statt auf bevormundenden Kommentar stellt Erich Langjahr in "Männer im Ring" auf den ethnografischen Blick ab, der die besten Schweizer Dokumentarfilme seit jeher auszeichnet. Alte, überfällige Zöpfe sollen abgeschnitten werden. Doch man hängt an ihnen, befürchtet instinktiv, dass mit ihnen ein Teil der überkommenen Identität verlorengeht. In den bald abstrusen, bald träfen Argumenten der Appenzellerinnen und Appenzeller vor Langjahrs Kamera kommt genau dieser Widerstreit von Verstand und Gefühl zum Ausdruck. Natürlich treibt er zum Teil urkomische Blüten, und selten habe ich in einem Schweizer Dokumentarfilm soviel gelacht. Doch Langjahr spottet nicht, er hat Verständnis für die Leute. Er zeigt sie in ihrer Umgebung, bei ihrer Arbeit, die Schritt für Schritt ihre Archaik verliert. Sichtbar wird so ein Leben im Übergang, Langjahr zeigt es verständnis-, humorvoll und unpolemisch.

Tages Anzeiger, Andreas Furler

Das Unbekannte begreifbar zu machen, das Vertraute fremd und neu erscheinen zu lassen, ist ein Merkmal auch des guten Dokumentarfilms. In "Männer im Ring" leistet der Innerschweizer Erich Langjahr genau dies, in dem er Zeitpunkt und Schauplatz der bedeutsamen Hundwiler Landsgemeinde vom März 1989, da die Ausserrhodener Frauen das kantonale Stimm- und Wahlrecht zugesprochen erhielten, situiert und einkreist.

Neue Zürcher Zeitung, Christoph Egger

Hinter solcher Zelebrierung von "direkter" Demokratie, hinter diesen Männern und Frauen, die Mühe haben, Verstand und Einsicht mit Gefühl und eingewachsener Tradition zusammenzubringen, steht das ganze Land Schweiz und stehen die Schweizer und Schweizerinnen in ihrem Festhalten- und Bewahrenwollen, und im widerstrebenden Wissen um mahnend weiterdrängende Zeit, Veränderung und Zukunft.

Der Bund, Elsbeth Prisi

Von einer Schweiz, die sich weder auf Wilhelm Tell und Patriotismus noch auf Chemieskandal und das Waschen von Drogengeldern reduzieren lässt, erzählt Erich Langjahrs schon bei der Leipziger Dokumentarfilmwoche mit Lob bedachter Film "Männer im Ring" . "Der Kopf sagt ja das Herz sagt nein", sagen die Appenzeller vor Ihrer Abstimmung unter freiem Himmel. Mit den Männern im Wahl-"Ring" zeigt Langjahr die Schweizer Demokratie im Fokus.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wilfried Geldner

So ist der Betrachter mit dabei, wie die Appenzeller dem historischen Tag entgegen fiebern. Es springt etwas vom Würde- und Weihevollen, das die Landsgemeinde für die Einheimischen hat, auf die Zuschauer über und weckt Verständnis für das Menschliche hinter dieser oder jener Ansicht, ungeachtet dessen, ob wir sie teolen oder nicht. Das, vielleicht, ist das höchste, was ein Dokumentarfilm erreichen kann.

Die Ostschweiz, Beda Hanimann

Ein Kristallisationspunkt wofür? Es scheint, als zeige sich in diesem kleinen und kaum weltbewegenden Beispiel die Grundfrage politischer Eigenständigkeit kultureller Identität, als liessen sich, ausgehend von diesem Paradigma, all die grundlegenden Fragen der politischen Meinungsbildung aufrollen, als soll anhand dieser überschau- und kontrollierbaren politischen Manifestation, dieses "Staatsaktes" nachgedacht werden über Überschaubarkeit und Kontrollierbarkeit unserer ganzen politischen Prozesse.

Vaterland, Niklaus Oberholzer

Wer glaubt, Erich Langjahr dokumentiere mit erhobenem Zeigefinger, der täuscht sich. Sein Film hat nichts von den TV-Dokumentationen, bei denen der Zuschauer von wortreichen Kommentaren erschlagen wird und die alles interpretieren und deuten, ohne dem Publikum einen Freiraum zu lassen. Langjahr zeigt Bilder, die für sich sprechen und Szenen, die zum Schmunzeln und Nachdenken anregen.

Bündner Zeitung, Bernard Maissen

Exotik aus dem Herzen der Schweiz. Nicht reisserisch, aber sehr erhellend.

Badener Tagblatt, Thomas Isler

"Männer im Ring", das ist Dokumentarfilm als Kunst.

Basler Zeitung, Christoph Heim